#36: Sebastian Kurz über Migration, Wettbewerbsfähigkeit und Europas Zukunft
Shownotes
In dieser Episode diskutiert Stephan Zöchling mit Sebastian Kurz über die großen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen Europas.
Kurz war mit 31 Jahren der jüngste Regierungschef der Europäischen Union. Heute ist er Unternehmer im Bereich Cybersicherheit und pendelt zwischen Europa, Israel, den Golfstaaten und den USA. Durch diese internationale Perspektive betrachtet er Entwicklungen in Europa mit größerem Abstand als während seiner aktiven politischen Zeit.
Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen Europas Wettbewerbsfähigkeit, die Folgen der Migration, die geopolitische Lage im Nahen Osten sowie die Frage, warum sich viele Bürger von der politischen Mitte nicht mehr vertreten fühlen.
Themen der Folge: • Europas Wettbewerbsfähigkeit im globalen Vergleich • Die USA, Israel und die Golfstaaten als Innovationszentren • Migration und gesellschaftliche Veränderungen in Europa • Der Konflikt zwischen Israel und Iran • Sicherheitspolitik und die Zukunft des Nahen Ostens • Russland, die Ukraine und mögliche Friedensperspektiven • Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeitswelt • Bürokratie und Regulierungsdichte in Europa • Die Entwicklung der FPÖ und europäischer Rechtsparteien • Das Ende der türkis-blauen Koalition • Die wirtschaftliche Zukunft Österreichs • Politik, Unternehmertum und persönliche Verantwortung
Der Gast: Sebastian Kurz war von 2017 bis 2019 sowie von 2020 bis 2021 österreichischer Bundeskanzler und zuvor Außenminister der Republik Österreich. Als jüngster Regierungschef der Europäischen Union prägte er über Jahre die europäische Debatte zu Migration, Integration und Sicherheitspolitik.
Heute ist er Mitgründer und Präsident des Cybersecurity-Unternehmens Dream, das Staaten, kritische Infrastruktur und öffentliche Institutionen bei der Cyberabwehr unterstützt. Das Unternehmen ist in Tel Aviv, Wien und Abu Dhabi vertreten.
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00:00:00: Insofern würde ich sagen, ich bin leider Gottes nicht allzu optimistisch was das Europa heute betrifft und den Status quo.
00:00:09: Also aus meiner Sicht gibt es den Konflikt so langs dass Regime mir herangeben.
00:00:13: Ich glaube, dass wirklich harte Jahre in Europa auf uns zukommen werden weil wir erst am Beginn dieser Welle stehen.
00:00:20: Es sind ja nicht so viele Dinge aber es sind halt sehr wesentliche Stellschrauben.
00:00:24: also die Migration die entscheidet darüber, wer hier lebt und natürlich ist für eine Gesellschaft einmal vor allem relevant.
00:00:32: Wer macht diese Gesellschaft aus?
00:00:34: Streitwert ist der Podcast über das was wirklich zählt.
00:00:38: Mein Name ist Stefan Zöckling und ich spreche mit Persönlichkeiten über die Themen, die zu wertvoll sind um darüber nicht zu streiten.
00:00:45: Mit einer dreißig Jahren saß er im Kanzleramt am Ballhausplatz jüngster Regierungschef der Europäischen Union.
00:00:51: Mit thirty-fünf Dritter zurück mitten in Ermittlungen, heute mit vierzig empfängt er nicht mehr im Barockpalais sondern in einem gläsernen Büroturm mit Blick auf die Skyline von Tel Aviv.
00:01:02: Sein neues Unternehmern drei Milliarden Dollar wert spezialisiert auf Cyberabwärfe Staaten Militär und kritische Infrastruktur.
00:01:10: Sebastian Kurz sagt, er will nicht zurück in die Politik Und trotzdem trifft er sich mit Herbert Kickel redet in Interviews über Migration über die FPÖ über sein eigenes Erbe.
00:01:21: Heute reden wir mit einem der Österreich nicht mehr von innen, sondern auch von außen aus beobachtet.
00:01:27: Sich anderen Meinungen aussetzen, Widerspruch aushalten und bessere Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu finden.
00:01:32: – mein Name ist Stefan Zöchling, willkommen bestreit wird!
00:01:35: Mein heutiger Gast war der jüngste Regierungschef in der Geschichte der EU und ist heute Unternehmer im Bereich Seibersicherheit mit engen Verbindungen nach Israel und in die Golfstaaten.
00:01:45: Wir reden über die internationale Weltlage über Österreich und über das, was von seiner Kanzlerschaft übrig bleibt.
00:01:52: Herzlich willkommen Sebastian Kurz!
00:01:54: Vielen Dank für die Eindeutung!
00:01:56: Sebastian vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst.
00:01:58: Du bist ja kaum mehr in Österreich viel in Tel Aviv, Abu Dhabi oder den USA.
00:02:07: Dein Blick von außen auf Europa, dein Blick von Außen auf Russland, die Ukraine aus Österreich würde uns in diesem Podcast interessieren wenn ich mit dem ersten Thema beginnen kann und darf.
00:02:24: Wie hat sich dein Blick auf Europa verändert, seitdem du es nicht mehr von innen mitgestaltest sondern von außen absicherst?
00:02:35: Also ehrlicherweise hat sich auf die viele Dinge mein Blick kaum verändert.
00:02:40: ja also wenn ich auf die europäische Union schaue dann würde ich sagen das was mir damals als ich noch politisch tätig war also ist jetzt mittlerweile fünf Jahre her dass mir damals Sorge gemacht hat, macht mich heute auch Sorge.
00:02:56: Vieles was damals an Problemen schrittweise entstanden ist, hat sich in den letzten fünf Jahren noch mal massiv verschärft und ich bin leider grotes nicht allzu optimistisch was das Europa heute betrifft weil ich das Gefühl habe, dass sich viele in die falsche Richtung entwickelt und es so diesen Moment wo das Rote herumgerissen wird, den sich glaube ich viele herbeisehnen, denn sehe ich nicht oder zumindest noch nicht.
00:03:36: Und insofern ist mein Blick ja nicht sonderlich positiv.
00:03:42: aber ich würde sagen er hat sich auch nicht so viel oder so stark verändert.
00:03:48: Vor fünf Jahren, als ich noch politisch tätig war, vieles schon in die Inselberichtung gelaufen ist.
00:03:53: Und viele Dinge, die du gesehen hast, sich auch jetzt bewahrheitet haben?
00:03:58: Ja klar!
00:03:59: Es sind ja nicht so viele Dinge aber es sind halt sehr besendliche Stellschrauben.
00:04:03: Die Migration entscheidet darüber wer hier lebt und natürlich ist für eine Gesellschaft vor allem relevant Wer macht diese Gesellschaft aus?
00:04:12: Und die Migration hat vieles verändert.
00:04:15: Die hohe Geburtenrate bei den Zuwanderern, die verschärft diesen Trend noch mehr.
00:04:21: Das war vor fünf Jahren ein großes Thema.
00:04:25: damals war nicht für alle klar was das bedeuten wird.
00:04:28: jetzt glaube ich ist es klar wenn man sich viele europäische Großstädte anschaut.
00:04:32: Das zweite ist die Wettbewerbsfähigkeit.
00:04:34: als ich noch politisch tätig war.
00:04:36: War schon meine Sorge wenn man sieht wie entwickelt sich unsere Wirtschaft.
00:04:40: künstliche Intelligenz wird immer wichtiger IP wird immer wichtiger.
00:04:45: Viele der Konzerne waren damals, da.
00:04:47: großen Player im Tech-Bereich waren schon Amerikaner und es gab wenig Perspektive, dass Europa da groß aufholt.
00:04:56: Mittlerweile würde ich sagen hat sich das nochmal beschleunigt und verschlechtert.
00:05:02: Das sind die zwei großen Themen.
00:05:04: Wer lebt hier?
00:05:05: Wie schaut unsere Gesellschaft aus?
00:05:06: Und zum Zweiten wie wettbewerbsfähig sind wir?
00:05:11: Hätte Luft nach oben!
00:05:12: Du bist in Märkten tätig und beruflich engagiert, wie zum Beispiel Israel oder eben auch den USA.
00:05:20: Du kennst beide Präsidenten, du kennst also Netanyahu genauso wie Trump.
00:05:26: Was machen die denn besser?
00:05:29: Dass es auch den Volkswirtschaften offensichtlich besser geht bzw.
00:05:34: dort die Dinge... möglich gemacht werden in den Rahmenbedingungen, dass Start-ups entstehen, dass Leitkonzerne in den USA beziehungsweise riesige Softwareanbieter aus Israel herauswachsen können.
00:05:47: Also ich glaube zunächst einmal es liegt nicht nur an Einzelpersonen sondern gibt viele Unterschiede.
00:05:55: zum zweiten.
00:05:56: Ich glaube man kann die Israel und die USA überhaupt nicht vergleichen.
00:06:01: Interessante Beispiele.
00:06:02: Warum kann man es nicht vergleichen?
00:06:04: Einfach grössermäßig, ich würde sagen die USA ist einfach.
00:06:06: mit China sind das die zwei Supermächte.
00:06:10: Die USA ist für mich ein gewisser Art und Weise ein wirtschaftliches Wunder weil eigentlich relativ gleich wer gerade regiert oder wie gerade die Stimmung im Lande ist.
00:06:21: also die sind einfach wirtschaftlich extrem stark.
00:06:24: Es gibt viel Kapital, es gibt viele Innovationes, es gibts irgendwie einen Zug zum Tor.
00:06:31: Und ja, unabhängig davon wie man zur derzeitigen US-Administration steht.
00:06:36: Aber die sind sehr wirtschaftsfreundlich und haben dem jetzt sicher noch mal einen Boost gegeben.
00:06:42: Insofern sind die Wachstumsraten in den USA auch ganz woanders als sie in Europa sind.
00:06:50: Ehrlicherweise sehe ich keinen Grund warum sich das in den U.S.A.
00:06:54: groß ändern sollte wenn man sich es ein bisschen detailreicher anschaut.
00:06:58: Die klassische Industrie wächst dort auch nicht wirklich, ähnlich wie in Europa.
00:07:02: Aber der Technologiebereich ist einfach extrem groß und der wächst so stark dass das die Gesamtwirtschaft auf ein Wachstum von drei Prozent ungefähr bringt.
00:07:14: also insofern bin ich für die USA weiterhin sehr optimistisch.
00:07:18: Ich glaube es gibt dort auch viele Unterschiede im Vergleich zu Europa ganz anderes Sozialsystem ganz andere Notwendigkeit auch arbeiten zu gehen.
00:07:29: Auch immer wieder viel ungesteuerte Zuwanderung, aber der große Unterschied ist wer dort zuwandert muss arbeiten, wer bei uns zu wandern muss es nicht.
00:07:38: also ich glaube vieles ist dort anders und um die USA würde ich mir nicht wirklich Sorgen machen.
00:07:45: Israel ist extrem innovativ lebt in einer schwierigen Nachbarschaft Und ist ein Stück weit ein Wunder, weil trotz all dem was dort stattfindet das Land wirtschaftlich stark ist.
00:08:01: Ich glaube dass hat dort ausschließlich mit der Freude an Innovation zu tun und das wiederum glaube ich und das ist nicht kopierbar anderswo auf der Welt.
00:08:13: Das ist glaube ich dort sehr stark ausgeprägt weil es einfach eine Überlebensfrage ist.
00:08:18: wenn man in dieser Nachbarschaft mit dieser Bedrohungslage überleben möchte als Land ungefähr so groß wie Österreich, dann funktioniert das nur indem man vor allem militärisch aber auch wirtschaftlich extrem überlegen ist.
00:08:36: Und ich glaube diese Notwendigkeit einfach immer ein Stück weit innovativer zu sein als alle anderen gerade bei allem was irgendwie Sicherheitsbezogen Ja, das glaube ich ist so ein Treiber für die dortige Tech-Industrie und das schafft so viel Innovation.
00:08:55: Weil es nicht darum geht ob wer sozusagen überreicher wird oder sich ein schönes Haus oder ein Boot kaufen kann und es geht ums Überleben.
00:09:04: Und Innovation ist Notwendigkeit um zu überleben und das löst einfach einen irrsinnigen Drive aus.
00:09:11: Geografisch ist ja Israel ganz nahe an Zypern somit... sehr nahe an einem EU-Land.
00:09:16: Ich habe letztes Jahr einen israelischen Unternehmer gefragt, ob es nicht eine Option wäre drüber nachzudenken Israel an die EU heran zu führen und er hat zumindest gesagt warum sollten wir das wollen?
00:09:27: Das letzte was wir wollten ist mit Glitter Europäischen Union zu sein weil die EU den Fokus verloren hat.
00:09:34: würdest du diesen Befund dem zustimmen oder unterstechen?
00:09:39: Fokus im Sinne von Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit Energie Auch das ganze Thema, wie man mit Ukraine umgeht und mit Russland.
00:09:49: Also zunächst einmal würde ich sagen dass die EU mal grundsätzlich sehr vorsichtig sein sollte wenn sie aufnimmt weil einfach die HU ohnehin relativ schnell gewachsen ist eine innere Situation hat, dass Entscheidungsfindung ganz ganz schwierig ist dass jedes Einzelne mitgeschlagen sehr viel auch blockieren kann.
00:10:13: Das heißt, ich glaube sozusagen bei allen Erweiterungsfantasien die es immer wieder in unterschiedliche Richtungen gibt man müsste einmal die eigene Struktur fit machen.
00:10:24: ja das man drüber nachdenken kann wie soll erweitert werden?
00:10:28: und zweitens ja ich glaube der befundt dass das der Fokus nicht da ist Richtig ist, zumindest aus meiner Mitte-Rechtsperspektive.
00:10:40: Man kann auch sagen es haben einfach andere den Fokus vorgegeben und die EU ist eine Organisation die einfach de facto mit der Links regiert wird und wurde.
00:10:54: Und insofern darf man sich nicht wundern dass halt der Fokus innerhalb der Europäischen Union sehr stark der Green Deal war und nicht die Wettbewerbsfähigkeit.
00:11:07: Und es waren in der Migration eher die Politik der offenen Grenzen als das Bauen von Mauern, und es war in der Außenpolitik eher der erhobene Zeigefinger und die Frage wer macht überall auf der Welt etwas falsch?
00:11:23: Und weniger die Frage wie können wir mit mehr und mehr Ländern auf der weltwirtschaftlich gut zusammenarbeiten?
00:11:31: All diese Entscheidungen, diese politischen Entscheidungen haben natürlich eine Auswirkung nicht sofort.
00:11:38: Aber Zeit versetzt natürlich und wenn man Politik da offen in Grenzen fährt darf man sich nicht wundern, wenn irgendwann die Sicherheitssituation sich verändert.
00:11:47: Wenn man sagt wir retten die Welt und das alleine in Europa mit unseren Klimamaßnahmen darf man sie nicht wunderten, wenn dadurch Arbeitsplätze verloren gehen.
00:11:55: also ich würde sagen oftmals Gibt es ja Leute, die glauben egal was politisch entschieden wird und eigentlich immer selber?
00:12:06: Ganz so ist das nicht.
00:12:07: Das sind nur oftmals die Konsequenzen.
00:12:09: keine sofort spürbare aber zeitlich versetzt löst dann schon etwas aus!
00:12:17: Du bist sehr viel in der Region, in Israel, Dubai oder Abu Dhabi.
00:12:24: Wie ist dein Befund?
00:12:25: wie ist die Stimmung dort?
00:12:26: Und wie kann es im Zweifel auch im Konflikt USA, Israel gegen Iran zu einer Deeskalation kommen.
00:12:35: Mittlerweile betrifft es uns ja alle mit Energiepreisen, mit Flüchtlingswellen und vielen anderen Dingen die einen direkten Impact auch haben auf Europa.
00:12:47: Wie glaubst du kann dieser Konflik beigelegt werden oder wird das ein Konfliksender?
00:12:51: Und sie wird in den nächsten zehn, fünfzehn Jahre begleitet.
00:12:55: wie wird das in anderen Fällen auch schon gesehen haben?
00:12:57: Also aus meiner Sicht gibt es den Konflikt, solange es das Regime Miran gibt.
00:13:01: Warum?
00:13:03: Weil ein Regime ist das für alle negative Auswirkungen hat in der Region eine massive Sicherheitsbedrohung aber auch für uns.
00:13:17: viele beschäftigen sich nicht so damit Aber das Regimi Miran ist so gut wie immer involviert wenn irgendwo auf der Welt islamistischer Terror unterstützt wird finanziell oder mit anderen Methoden.
00:13:30: Das heißt, das ist ein Regime, dass nicht nur zuletzt Zehntausende Demonstranten hingerichtet hat durch Schüsse in Herz und Kopf.
00:13:40: Sondern es ist ein Rechim, der die Nachbarn bedroht und das ist so zu sagen etwas verdeckter aber doch uns alle in der westlichen Welt bedrohte.
00:13:51: Und insofern würde ich sagen solang's das Regime gibt wirds in der Region Einfach an Israel, aber auch andere Staaten geben.
00:14:01: Die nicht nur Sorge haben dass dieses Regime existiert sondern die immer wieder versuchen werden auch zu verhindern das die militärischen Möglichkeiten des regimes ins unermessliche steigen.
00:14:15: was funktioniert hat war sicher die die potenziellen atomwaffen die dort gebaut werden und das atomprogramm einmal auf Jahre zurückzuwerfen.
00:14:33: Ein Regimewechsel hat nicht funktioniert und insofern wird der Konflikt bleiben, er wird sich vielleicht zwischendurch mal wieder ein bisschen beruhigen oder nicht so sichtbar sein.
00:14:45: aber das Problem, dass existiert weiterhin.
00:14:50: Wo siehst du, es gibt ja logischerweise den Existenzkampf Israels in der Region.
00:14:58: Wir wissen das Iran immer die Existenz Israeles überhaupt oder die Berechtigung Israells als Staat zu existieren in Frage gestellt hat.
00:15:08: Nichtsdestotrotz gibt's natürlich auch Regierungsentscheidungen in Israel gegen andere Länder oder auch gegen Personen.
00:15:18: wo Wo beginnt für dich die Legitime Kritik an der israelischen Regierung und wo endet sie?
00:15:24: Du kennst natürlich alle anderen Personen sehr gut, bis man kann es sagen auch befreundet mit ihnen.
00:15:31: Gibt's einen Punkt oder sagt das ist jetzt schwierig da kommen immer mit oder ist es so dass wir sagen muss und kann die haben aufgrund der gesamten geopolitischen Situationen unter Historie alle Rechte zu tun, was ihnen in den Sinn kommt.
00:15:48: Ja
00:15:48: also ich glaube alle Rechte hat niemand und ich bin total unempfindlich, was Kritik betrifft weil ich so viel in Israel unter Region bin dass ich glaube nach all den Jahren die region ganz gut zu kennen und das Interessante in israel ist ja Das ist eine extrem vitale Demokratie.
00:16:07: Also das hat sich in den letzten jahren so viele Wahlen gegeben und so oft wahlen gegeben wie in fast kaum anderen demokratischen landen das ich kenne Fast jeder, glaube ich eine politische Meinung die auch sehr emotional kundgetan wird.
00:16:23: Da gab es über den letzten Jahre immer wieder Riesendemonstrationen und Gegendemostrationen.
00:16:29: also das ist eine so vitale Demokratie.
00:16:32: man darf sich das ja nicht so vorstellen dass das ein Land ist wo neun Millionen geschlossen die Regierung unterstützen sondern ganz im Gegenteil ist so wie in der meisten Demokratien sehr viel fällt.
00:16:44: Ich glaube, was die Leute dort aber eint ist dass sie gerne überleben wollen und das halte ich für sehr
00:16:52: nachvollziehbar.
00:16:53: Und wenn es jetzt... und ich sage eigentlich bewusst Länder wie den Iran weil sozusagen das sind ja nicht die Bevölkerung im Iran.
00:16:59: aber wenn's Regime gibt wie ein fanatisches islamistisches Terrorregime das nicht nur die eigene Bevölkerung erschießt wenn die demonstrieren gehen sondern stetig Israel direkt oder indirekt bombardiert und versucht sozusagen die israelis auszulöschen.
00:17:22: Und auch daraus keinen Hehl macht, sondern offen sagt der Staat gehört vernichtet inklusive in der Bevölkerung.
00:17:28: Naja dann ist das aus meiner Sicht absolut nachvollziehbar dass die Bevölkerung dort geschlossen ganz gleich ob links oder rechts oder welcher Partei sie angehören sagen Wir müssen uns verteidigen und wir müssen versuchen, dass das nicht gelingt.
00:17:43: Ich glaube, das wäre überall auf der Welt so.
00:17:47: Interessanterweise können sich nur viele bei uns in Europa dieses Bedrohens-Szenario überhaupt nicht vorstellen weil es bei uns einfach niemand gewohnt ist, Gott sei Dank im Land zu leben wo ein Nachbarland oder ein Land in der Region als offizielle Staatsdoktrin hat die Vernichtung Das Nachbarn.
00:18:09: Ja,
00:18:10: wo es jeden zweiten Tag bontmal alarm gibt.
00:18:13: Wo es ständigen Alarm gibt, weil einfach sozusagen stetiger Beschuss eine ja also einfach so zu sagen etwas etwas Stätiges dauerhaft
00:18:23: ist und wo man ja auch sagen muss was ich hier festgestellt habe wie vor Ort war.
00:18:28: Es ist zum Beispiel Was die das gesagt sehr vitale Demokratie Und auch ein glaube ich ein sehr liberaler Staat Weil am Ende des Tages sitzen in der Gnässe Alle Vertreter von allen Volksgruppen miteinander, nebeneinander.
00:18:43: Die ganz orthodoxen Juden genauso wie die sehr liberalen.
00:18:47: Es ist der Parlamentspräsident Bekehnend homosexuell, lebt in einer Partnerschaft mit einem Mann.
00:18:53: Also ich glaube das ist extrem.
00:18:55: Man kann nachvollziehen auf eine Homepage bzw.
00:18:58: auf eine Monitor wer welche Reden hält Wer welche Anträge gestellt hat.
00:19:02: also es ist wirklich transparent.
00:19:03: Was ich so interessant finde an der Region ist Ich glaube wenn man sich nicht stark damit beschäftigt, dann ist das immer so.
00:19:11: Das Gefühl, dass es zu einem Konflikt Israel gegen die Muslime oder die Juden gegen die Muslime und je intensiver man eintaucht, desto komplexer wird alles aber auch desto interessanter wird's.
00:19:26: Ich bin in den letzten Jahren sehr intensiv eingedaucht, weil ich ungefähr die Hälfte meiner Zeit in der Region, also vor allem eigentlich in Abu Dhabi aber natürlich immer wieder auch in Tel Aviv verbracht habe und anderen Golfstaaten.
00:19:37: und das Spannende ist.
00:19:40: Ich hab den Eindruck sozusagen viele dieser Golfstaat sind mit den Israelis wesentlich besser als öffentlich bekannt.
00:19:48: Der Austausch, der Handel des Miteinander ist wesentlich stärker als sich das viele in Europa vorstellen können Und gemeinsam hat man die Ablehnung gegenüber Terrorismus und radikalen Gedankengut.
00:20:06: Das gibt es leider in der Region auch, und es sind oft muslimische Staaten, die viel mehr Sorge vor diesem radikaler Gedanken gut haben – weil sie einfach überhaupt nicht wollen dass das überschwappt!
00:20:19: Also ich erinnere mich noch gut, dass Jahr zweisand fünfzehn als die Flüchtlingsbewegung gestartet hat.
00:20:25: Interessanterweise, ich war damals Außenminister.
00:20:29: Die ersten die mich angerufen haben waren Vertreter von einigen Golfstaaten, die mir damals gesagt haben was ist da los in Europa?
00:20:39: Ihr habt überhaupt keinen Überblick wer dazu wandert und als ich sagt habe ja bin er auch sehr skeptisch und kritisch.
00:20:47: aber andere sind es anders.
00:20:49: Aber die wissen ja gar nicht, wer da kommt.
00:20:51: Die wissen ja auch gar nicht von denen gefährlich ist und wer nicht.
00:20:53: Welche Ideologie da eingeschleppt wird.
00:20:55: Also sozusagen... ...die hatten totale Panik obwohl sie selber gar nicht betroffen waren Und haben immer nur gesagt Sie würden das niemals zulassen.
00:21:04: Ja?
00:21:04: Dass einfach Leute einwandern ohne dass man weiß was bringen die da sozusagen im Geiste mit.
00:21:12: Weil es eben dort, Gott sei Dank viele muslimische Staaten gibt die einfach Terror und radikales Gedankengut nicht nur ablehnen sondern bekämpfen finden sich die auch in vielen Bereichen sehr gut mit den Israelis weil sie ähnliche Ideologien als ähnlich bedrohlich empfinden.
00:21:30: Israel steht ja in der nächsten wenigen Wochen von Neuwahlen.
00:21:34: was erwartest du dir von den Neuwallen?
00:21:36: Es ist glaube ich nicht einfach einzuschätzen.
00:21:40: ich weiß das nicht.
00:21:45: Du warst ja als Außenminister und auch als Bundeskanzler, hat man dir oft nachgesagt.
00:21:54: Du hast es vorher selber gesagt rechtsliberal, du warst die freundliche Stimme oder auch der Ruffer in der Wüste, der Warner, du hast die Schließung der Balkanroute propagiert, du hasst sie auch beworben, duhasst sie.
00:22:13: Was ist in Europa jetzt so schief gelaufen, seitdem du nicht mehr aktiv bist?
00:22:20: Dass wir das erleben, was wir gerade erleben.
00:22:23: Sachsen-Anhalt zum Beispiel Wir sehen Entwicklungen in Frankreich, wir haben es gesehen in den Niederlanden und die Umfragen in Österreich.
00:22:35: Was passiert uns hier gerade?
00:22:37: Ich finde all das stattfindet nicht überraschend sondern Die Lebensrealität der Menschen ändert sich in eine negative Richtung.
00:22:49: Ich glaube, viele Politiker – manchmal in der Mitte, manchmal links der Mitte haben nicht nur kein Rezept dafür sondern wollen das manchmal nicht mal wahrhaben oder versuchen es schön zu reden und die Wählerinnen und Wähler haben wenig Möglichkeit.
00:23:09: aber alle paar Jahre haben sie Möglichkeiten wählen zu gehen Und insofern versuchen sie, glaube ich ein Signal zu setzen dass die Richtung eben nicht stimmt ja und das sich eine Kurskorrektur wünschen würden.
00:23:26: Ich finde das insoferen wenig überraschend weil ja ja ich würde mal sagen sozusagen eine Mehrheit der Bevölkerung den Befund was falsch läuft teilt unterstützen oder wählen, die das sozusagen oft auch in harter oder radikaler Form aussprechen und nicht diejenigen unterstützen.
00:23:53: Die sagen, dass mit der Migration ist ja nicht so schlimm und Multikulti super.
00:24:00: Schaut mal...
00:24:01: Schaut, dass die Jobs in Europa dahin schmelzen aber wir müssen das Klima retten.
00:24:06: Das überrascht mich nicht sondern das ist aus meiner Sicht irgendwie alles sehr absehbar gewesen.
00:24:13: ich glaube eben nur vieles kommt in der Politik Zeit versetzt und insofern nicht immer unmittelbar, sondern eben mit einer gewissen Verzögerung.
00:24:22: Wenn wir beim Thema Europa bleiben – ich als Konsument oder als Wähler denke mir halt ja also selbst wenn ich ÖVP gewählt habe oder CDU CSU in Deutschland dann hätte ich Manfred Weber als Spitzenkandidat bekommen.
00:24:39: Manfred Webber wäre der Chef der EU-Kommission geworden.
00:24:43: Tatsächlich wurde es Van der Leyen, weil sie halt das Backing der deutschen Bundeskanzlerin hatte.
00:24:49: Also so gesehen ist ja der Befund nicht ganz richtig zu sagen ich kann wählen und bekommen, weil Frau van der Leien hätte ich ja zum Beispiel nie gewählt.
00:24:58: da hätte sie potenziell andere Kandidatinnen oder Kandidaten gegeben von denen wir dann gedacht hätten dass die besser können?
00:25:05: Ja ich glaube...
00:25:07: Der Konstruktionsfehler in der EU.
00:25:08: natürlich ist es
00:25:09: ein bisschen komplexer Die Wahl ist nicht immer so unmittelbar, aber ich würde sagen gerade weil Mitte-Rechtsparteien oftmals dann mit Linksparteien koalieren, gerade auf europäischer Ebene wächst natürlich die Unzufriedenheit in einem Mitte-Rechtssegment wo raufhin viele sich entscheiden eine Rechtspartei zu wählen.
00:25:36: Also auch das ist ja eigentlich eine relativ logische Entwicklung, weil unabhängig jetzt von Partei angesprochen, nämlich mal an dass jemand wie du der die EFB im Europäischen Parlament wählt sich eine wirtschaftsliberale Politik wünscht vielleicht etwas weniger Bürokratie und vielleicht eine etwas sozusagen härtere Linie in der illegalen Migration.
00:26:01: Und wenn dann eine Koalition gebildet wird mit Grünen und anderen linken Gruppen unter Green Deal verabschiedelt wird, ist das etwas was Wähler logischerweise nicht sonderlich
00:26:13: motiviert.
00:26:16: Und so wie man das sozusagen jetzt bei vielen Einzelbeispielen, wie dir erklären kann, so kann man es natürlich auch in der Masse erklären und drum finde ich einfach die Verschiebungen, die es derzeit gibt im vielen Bereichen nicht sonderlich überraschend.
00:26:32: Es ist eine Reaktion auf Ja, vieles an Politik gerne nicht so sehr nur jetzt unmittelbar sondern in den letzten Jahren.
00:26:42: Aber ich meine wir haben ja immer dieses mit seinem und der Anführungszeichen leichtzynischen Kommentar gesagt Der letzte dritt das Licht ab.
00:26:50: Wir werden im Freiluftmuseum in Österreich Wir sind vielleicht noch Da wo du jetzt sitzt sass.
00:26:58: vor wenigen Tagen Markus Müller Rektor der Medizinischen Universität Wien anstatt Budgets zu erhöhen für Forschung in der Medizin und in der Pharmakologie werden sie aktuell gekürzt um vierzehn Prozent, also auch da der falsche Weg.
00:27:14: Da ist die europäische Bundesregierung.
00:27:17: ich frage mich halt als als europäischer Bürger Ist Europa überhaupt noch zu retten?
00:27:23: Also können wir diese absolut diese Kehrtwende überhaupt noch schaffen?
00:27:28: wenn ja wie?
00:27:32: Ich glaube, dass Staaten sicherlich nochmal flexibler und schneller sind als die Europäische Union.
00:27:38: Weil sie natürlich ein Tanker ist.
00:27:41: Aber grundsätzlich bin ich noch nicht so alt.
00:27:44: Ein bisschen politischer Erfahrung habe ich doch mittlerweile.
00:27:47: Und grundsätzliche gibt es in der Politik immer Pendelbewegungen.
00:27:50: Im Regelfall schlägt das Pendle oft in die andere Richtung aus.
00:27:57: Und ich glaube, da vieles was es in Europa gab... letzten Jahren, vielleicht sogar etwas darüber hinaus schlicht und ergreifend nicht im Sinne des Erfinders war.
00:28:07: Und vieles was an Strukturen auch an Bürokratie aufgebaut wurde niemals der Plan war.
00:28:17: Da wird es eine Gegenbewegung geben.
00:28:19: also es ist ja kein Wunder dass die Amerikaner einen Donald Trump wählen und er wiederum einen Elon Musk bittet eine Einheit zu bilden um gegen Bürokrate und Überregulierung in der amerikanischen Administration anzukämpfen.
00:28:37: Die tun das ja nicht, weil das so unpopulär ist sondern die tun das, weil es so viele Leute gibt, die da Meinung sind Es gibt viel Regulierung, es gibt viel Beamte im Bereich Und der Staat ist nicht sonderlich effizient und der ist aber in Amerika deutlich schlanker als die Strukturen, die wir aufgebaut haben.
00:28:54: Also wenn du mich fragst kommt da eine Gegenbewegung.
00:28:58: Hundertprozentig kann sich was ändern, hundertprozentig.
00:29:01: Und ich glaube auch dass die Veränderung eine relativ disruptive sein wird weil das glaube schon eine Veränderungen in der Politik der letzten Jahre.
00:29:12: früher gab es eine wesentlich stärkere Treue gegenüber Parteien also da war ein fulminanter Wahlsieg wenn wer mal fünf Prozent dazu gewonnen hat oder es war eine Niederlage wenn er drei Prozent verloren hat.
00:29:26: Diese großen Bewegungen, die wir jetzt teilweise erleben in europäischen Ländern – zuletzt auch in Deutschland.
00:29:36: Das ist ein neues Phänomen und aus meiner Sicht zeigt das nur, dass sich da viel aufgestaut hat und vielleicht vieles an Veränderung dann disruptiver ist als das Drehen an gewissen Schrauben in der Vergangenheit.
00:29:52: Jetzt sage ich mal, das politische Pendel ist das eine.
00:29:55: Aber bekannter Satz, die ja wohl bekannt von Bill Clinton als die Economist-Diobit?
00:30:03: Die Arbeitsplätze in Deutschland, in Österreich und Europa kommen ja nicht zurück.
00:30:07: Klar!
00:30:08: Und das ist eigentlich meine Frage, wo ich mir Sorgen mache, wo immer ich denke wie soll es gehen... Im Moment nicht veröffentlichte Zahlen, die sprechen in der deutschen Automobilindustrie von zweieinhalbfünfzig dreihunderttausend Arbeitsplätze.
00:30:22: Die dort verloren gehen nur bei den OEMs.
00:30:25: also das ist nur Volkswagen BMW Mercedes aber
00:30:28: auch das kann ja nicht überraschen.
00:30:31: Ich habe eine Studie gelesen wo vergleichen wurde ich glaube du hast es auch geteilt wo verglichen wurde sozusagen Wie ist die Produktion in Deutschland versus der Produktion im China?
00:30:44: Ja, wie viel Tage arbeiten die Leute.
00:30:46: Wieviel Autos werden pro Arbeitsstunde oder so zu sagen.
00:30:50: Wie viele Autos wären werden im Vergleich in einer Zeit einheit geschafft?
00:30:55: was sind die jeweiligen Kosten, wieviel Krankenstände gibt's?
00:31:00: Was sind die Energiekosten?
00:31:01: All das war feinsäuberlich aufgelistet und gab es einen Strich drunter und ein Ergebnis ja unter unterschied war kein kosmetischer wo ein Konzern sagen kann, na gut wir sind Patrioten bleiben mal in Deutschland.
00:31:13: Sondern es war so fundamentaler dass das auch der Leie außerhalb der Autoindustrie sofort erkennen kann, das kann sich nicht lange ausgehen und ich glaube das findet in vielen Branchen statt.
00:31:26: Das ist dramatisch!
00:31:28: Ich glaube das wirklich harte Jahre in Europa auf uns zukommen werden.
00:31:33: weil Ja, weil wir erst am Beginn dieser Welle stehen.
00:31:37: Die künstliche Intelligenz wird das noch einmal verschärfen und beschleunigen?
00:31:43: Ja!
00:31:43: Aber natürlich kann daraus auch ein massives Umdenken entstehen.
00:31:49: Und wenn es ein massiges Umdenke gibt und Entscheidungen gänzlich anders getroffen werden dann kann daraus auch wieder viel Positives entstehen und insofern bin ich für die nächsten Jahre Alles andere als optimistisch, aber glaube ich langfristig an Europa.
00:32:04: Ja, definitiv!
00:32:05: Weil es einfach möglich ist.
00:32:08: Du meinst, es wird irgendwelche Branchen geben die sich neu formieren und neu entwickeln?
00:32:13: Die diese Millionen Arbeitsplätze, die da zu verloren gehen wiederum... Nein
00:32:18: nein, das ist zu leicht ja und das wäre auch mehr als nur naiv.
00:32:25: Das glaube ich gar nicht.
00:32:26: Aber ich glaube dass es Gründe gibt warum wir an Wettbewerbsfähigkeit verloren haben.
00:32:32: Neben hohen Lohnkosten, Filmbürokratie sind das hohe Energiekosten und viele andere Aspekte Und ich glaube – und davon bin ich einfach fest überzeugt – dass versucht werden wird hier wieder massiv gegenzusteuern.
00:32:49: Es werden einfach andere Dinge wieder wichtig und notwendig und relevant werden weil es so sein muss weniger populär sein zu sagen, wir tun jetzt alles um die CO-Zweihemissionen zu reduzieren und es ist uns egal wenn Arbeitsplätze verloren werden sondern ganz im Gegenteil.
00:33:12: Es wird wieder den Trend dazu geben dass man sagt es müssen die Energiekosten runter weil wir sonst nicht mithalten können und ich glaube das in vielen Bereichen dieses Umdenken einsetzen wird und das hat natürlich schon einen Effekt.
00:33:29: Böse stimmen könnten jetzt behaupten.
00:33:31: Hundert Jahre zurück geschaut, neunzehn-dreisig oder neunundzwanzig die große Weltwirtschaftskrise dann dreiein-dresig zumindest in Deutschland der Beginn und Aufstieg der NSDAP und andere Parteien.
00:33:45: Jetzt wollen wir existierende Parteien mit denen nicht vergleichen.
00:33:51: aber wir sehen gerade nach Sachsenanhalt.
00:33:54: dort hat eine als gesichert rechtsextreme Partei, fast vierzehn Prozent gewonnen.
00:34:01: Die CDU wurde vernichtet halbiert ist die Zeit der etablierten Parteien in der Mitte, also sprich CDU CSU SPD ÖVP sind die vorbei und es ist wiederum das Wiedererstaaten der Extreme.
00:34:20: wir haben die Kommunisten den Graz jede Woche steigenden Meinungsumfragen bei der FPÖ?
00:34:28: Ich glaube überhaupt nicht, sondern ich glaube dass unsere Demokratien sind irrsinnig lebendig und die Parteibindung geht einfach massiv zurück.
00:34:37: Das heißt Menschen wählen einfach das im Regelfall was sie inhaltlich für richtige achten.
00:34:44: und wenn eine Mitte-Rechtspartei wie die CDU nicht jetzt innerhalb der letzten Monate oder Jahre, sondern schon innerhalb der letzen Jahrzehnte sich nach links entwickelt.
00:34:59: Dann wird einfach rechts ein größerer Raum frei.
00:35:03: Das ist völlig logisch und ich glaube genau dieses Phänomen erleben wir und die AfD hat ja dort mit Nazi-Parolen gewonnen, wenn man sich das Zehn-Punkte-Programm anschaut dann sind das viele Positionen, die eine Mitte-Rechtspartei auch einnehmen könnte.
00:35:26: Aber vielleicht machen wir nicht mutig genug ist es auszusprechen oder an Glaubwürdigkeit verloren hat.
00:35:31: also meine These ist einfach wenn Mitte Rechtsparteien nach links rücken Dann werden rechts Parteien stärker weil einfach Raum da ist.
00:35:40: und wir leben in einer Zeit und ich bin Mitte Rechts drum.
00:35:44: Ja finde ich's gut wenn sozusagen mehr und mehr Menschen auch Mitte Rechts denken aber Ich glaube dass wie einfach in einer Zeit leben, wo mehr Menschen bewusst wird.
00:35:53: Wettbewerbsfähigkeit ist wichtig.
00:35:55: Illegale Migrationen sind problematisch.
00:35:57: Es ist nicht egal ob wir in Sicherheit leben.
00:36:00: All das wird einfach mehr und mehr menschenbewusst Und ich glaube dass war in der Zeit, wo es schön und gut war Wo man vielleicht weniger Sorgen hatte seinen Arbeitsplatz zu verlieren Was eh alles so im Überfluss gab Dass man sich auch in den Themen widmen konnte.
00:36:18: vielleicht anders, aber mittlerweile glaube ich werden die Zeiten robuster und daher wird es mehr und mehr Menschen geben denen diese großen Themen wichtig sind.
00:36:27: Und wenn Mitte-Rechtsparteien es schaffen das glaubwürdig zu vertreten dann glaube ich wären sie sehr erfolgreich sein um den ganzen Themenkomplex abzuschließen.
00:36:37: Ich glaube jede Jede Wahl hat ihre eigene Gesetzmäßigkeit, jede Wahl hat die eigene Logik.
00:36:45: Was man für Europa in Summe sagen kann ist, die Zeiten wären robuster es wird wirtschaftlich sicherlich härter und ich glaube dass Politiker gewinnen werden die sich auf diese Themen fokussieren Themen von, ich weiß nicht, Transgender bis anderes die oftmals in den letzten Jahren die Medien gefüllt haben und die Kommunikation vieler Parteien dominiert haben.
00:37:18: All diese Dinge glaube ich werden immer weniger unterstützt werden.
00:37:21: das ist meine These.
00:37:24: Und ja schauen wir mal in ein paar Jahren ob es auch so kam.
00:37:28: Da bist vor wenigen Tagen vierzig geworden das heißt du hast wenn ich mir jetzt die die Gesundheitsentwicklung deiner Generation anschauen, bis du noch nicht einmal bei der Halbzeit.
00:37:40: Gott sei Dank hast aber unfassbar viel schon erlebt.
00:37:44: wir haben es kurz gestreift.
00:37:49: wenn du auf deine Zeit als aktiver Politiker zurückblickst worauf bist du am meisten stolz und wo und was würdest du als deinen größten deine größte Fehlentscheidung oder Fehleinschätzung sehen in diesen doch beachtlichen, zwanzigfünfzehn Jahren deiner politischen Karriere?
00:38:08: Also sicherlich die, wie soll ich sagen, Phase, die am schlechtesten gelaufen ist war das aus der Koalition mit der FPÖ.
00:38:17: Es war eigentlich eine sehr gut funktionierende Koalition.
00:38:20: Mit Ibiza war die Situation eine völlig andere, glaube ich es.
00:38:25: eh bekannt gab viele Kräfte, die dagegen waren dass die Koalition fortgesetzt wird aber auch viel an fehl Informationen in diesen Tagen Und am Ende des Tages konnte die Koalition nicht fortgesetzt werden.
00:38:38: Ich hätte es mir anders gewünschen und ich glaube, das wäre auch fürs Land besser gewesen wenn diese Koalition erhalten geblieben wäre.
00:38:46: Worauf bin ich am meisten stolz?
00:38:48: Ich glaube dass wir insbesondere in der Koalition mit der FPÖ viel Positives zustande gebracht haben.
00:38:56: Wir haben damals wird immer verschwiegen, aber wir haben damals einen Budgetüberschuss zustande gebracht.
00:39:03: Seit Jahrzehnten wieder einmal und das sogar gleich zu Beginn unserer Regierungstätigkeit mit einfach einem ordentlichen Haushalten.
00:39:13: Wir haben einige Reformen angestoßen die aus meiner Sicht absolut richtig waren Arbeitszeitflexibilisierung und anderes wo hunderttausend Leute damals von der SPÖ angetrieben dagegen demonstriert haben.
00:39:26: und so getan haben wir es als wird die Welt untergehen.
00:39:29: Die Wahrheit dieses war einfach ein bisschen mehr Wettbewerbsfähigkeit, weil jetzt noch viel mehr solche Maßnahmen gebraucht.
00:39:36: Und dann haben wir die Steuerlast für arbeitende Menschen gesenkt insbesondere für Klein- und Mittelverdiener.
00:39:42: also ich glaube das waren alles Schritte.
00:39:44: ja die von der Migration haben wir vorher schon genug gesprochen alle Schritte, die den Standort besser machen.
00:39:53: Ja?
00:39:53: Die arbeitende Menschen besser aussteigen lassen und ja aus meiner Sicht zumindest in die richtige Richtung gegangen
00:40:01: sind.".
00:40:03: Und was würdest du... also im Nachgang gab es so etwas richtig mit dem Grünen eine Koalition einzugehen?
00:40:11: Richtig!
00:40:12: Wenn man keine andere Option hat gibt's kein richtig und falsch.
00:40:17: Also es war Alles andere als meine Lieblingsvariante.
00:40:23: Ich bin mit der Recht, dass immer meine liebste Variante war in meiner Koalition als ÖVP und FPÖ.
00:40:30: Und nach Ibiza gab es keine wirkliche Alternativ-Variante mehr.
00:40:35: Darum gab's die Koalition mit den Grünen.
00:40:38: Dass das nicht einfach ist, war von Anfang an klar.
00:40:44: Ist doch so geblieben!
00:40:45: Wir leben ja – und das betrifft jetzt auch nicht Österreich, sondern in Europa – durchaus auch in einer Sozialpartnerschaft die uns nach dem Krieg extrem geholfen hat.
00:40:55: Die uns sehr weitergebracht hat.
00:40:58: Ich glaube es ist kein Geheimnis also ich kann's zumindest von mir behaupten.
00:41:01: Ich bin ja kein wahnsinniger Fan von Wirtschaftskammer, Ärztekammer oder anderen Kammerorganisationen und haben dieses Bezügliche ausreichend mobil gemacht.
00:41:12: Was ist deine Einschätzung?
00:41:13: Was bräuchte es für einen modernen Staat?
00:41:16: hat diese Sozialpartnerschaft bestehend aus Arbeiterkammer, Pflichtmitgliedschaften, ÖGB Wirtschaftskammern, Ärztekamern und anderen.
00:41:27: Hat das noch seine Berechtigung oder ist das etwas komplett aus der Zeit gefallener nicht?
00:41:34: Ich glaube es geht immer um die inhaltliche Position, die vertreten wird.
00:41:38: Mir ist immer nachgesagt worden.
00:41:39: ich bin so gegen die Sozialpartner schafft.
00:41:42: Ich bin ehrlicherweise nur dafür gewesen, dass eine Regierung Entscheidungen treffen kann.
00:41:48: Und das nicht Bundesländer oder Sozialpartner in Wahrheit entscheiden und die Regierung das abzunicken hat was andere ausgemacht haben.
00:41:58: Insofern wenn sich Sozialpartners auf etwas einigen das Sinn macht weil ich sie mal inhaltlich unterstützen aber notwendige Veränderungen nicht stattfinden, weil irgendjemand das nicht möchte wird.
00:42:11: Dass meine Meinung wiederum nicht beeinflussen.
00:42:13: und wenn ich mal die Arbeitswelt anschaue dann glaube ich kann man einfach relativ klar sagen Die moderne Arbeitswelt ist heute schon völlig anders als sie noch vor einiger Zeit war Und sie wird sich durch die künstliche Intelligenz so dramatisch verändern dass Ich glaube wir fast alle noch kaum eine Vorstellung haben wie anders das am Ende aussehen wird.
00:42:40: Und da sozusagen braucht es jetzt eins, nämlich vor allem Flexibilität im Umgang damit umzugehen und ein Bewusstsein dafür dass man in dieser neuen Zeit nur überleben wird als Standort wenn man ganz genau versucht sich einzufüllen wie am Ende diese neue KI passierte Wirtschaft aussehen wird.
00:43:07: Und ich glaube, wenn man das nicht tut dann wird man extrem schnell zurückfallen und einfach völlig schossenlos sein.
00:43:16: Ja, und ich glaube dass wird sicherlich auch eine der Kernaufgaben der Sozialpartnerschaft sein, wenn sie Berechtigung behalten möchte.
00:43:25: Aber würde diese veränderten Rahmenbedingungen nicht auch bedeuten, Politikerbild und auch eine politische Ausbildung braucht, weil ich sage mal wir haben im Moment in Deutschland ein Bundeskanzler der ist siebzig oder einon-sebzig.
00:43:40: Wir haben einen amerikanischen Präsidenten der ist fast fast achtzig.
00:43:45: Nicht an Jahu, der glaube ich auch jenseits der Siebzig ist?
00:43:49: Ich glaube es überhaupt keine Altersfrage!
00:43:55: Kann ein Vorteil sein, jung zu sein?
00:43:56: Kann ein Nachteil sein...
00:43:58: Aber um KI zu verstehen und auch zu interpretieren und die Rahmenbedingungen zu schaffen dafür.
00:44:03: Das weiß ich nicht!
00:44:06: Die USA und China sind führend im Bereich KI und sind beide derzeit unter der Regierung von zwei älteren Herren.
00:44:17: Und pumpen trotzdem Unsummen in diese Bereiche haben ja die führenden Unternehmen.
00:44:24: also ich glaube überhaupt nicht dass das eine altes frage ist.
00:44:28: Ich glaub viel eher, dass es darum geht sich geistig darauf einzulassen und bereit zu sein um zu verinnerlichen dass die Veränderung vielleicht größer ist als man sich das derzeit vorstellen kann und dass es schneller geht weil ich glaube so sagen was einfach jeden bewusst wird, der da ein bisschen tiefer einsteigt.
00:44:58: Das heißt nur als Nutzer ist wieviel an Tätigkeiten da wegbrechen?
00:45:03: Also wie viel sozusagen einfach was derzeit für Menschen Wochen oder Monate dauert ohne jeglichen Aufwand, ohne reale Kosten innerhalb von Sekunden geschehen kann.
00:45:17: und das ändert einfach alles.
00:45:21: Und das bietet unendliche Möglichkeiten, du hast vor die Medizin und anderes angesprochen.
00:45:26: Es bietet einfach unendlichen Möglichkeiten in Positiven.
00:45:29: Das bietet da und dort ... Gefahren?
00:45:32: Gefahren, Cyberangriffe und anderes.
00:45:36: Und es wird irrsinnig disruptiv sein für unseren ganzen Standort auch für die Verwaltung.
00:45:43: Also was bedeutet das wenn jede Interaktion des Bürgers mit dem Staat oder mit der Verwaltung de facto in Zukunft automatisiert werden kann.
00:45:57: Also da ist schon ein riesen Wandel und ich glaube es ist überhaupt keine Altersfrage, sondern es geht viel mehr darum wie stark die Bereitschaft sich darauf einzulassen?
00:46:10: Wie, wo endet die eigene Vorstellungskraft Schlüsse daraus zu ziehen.
00:46:21: Und ich glaube, das beginnt im Bildungsbereich, wo ich nicht weiß, ob jetzt wirklich die Themen, die da diskutiert werden wie kann man verhindern?
00:46:33: Das war nicht maturant ein KI verwenden oder wie kann wir verhinderen dass die KI bei der Hausübung?
00:46:40: also sind alles Nebenaspekte und Kommt das geht's ja überhaupt nicht, sondern die Frage ist sozusagen wie schaut die Arbeitswelt für Leute aus in fünf Jahren?
00:46:53: Die jetzt gerade in Ausbildung sind.
00:46:54: Welche Jobs gibt es noch?
00:46:55: Welche brechen völlig weg und ich glaube dass sind diesmal eben nicht die Jobs wo man so sagen mit beiden Händen anpacken muss sondern sind in ganz vielen Bereichen Jobs, was früher immer geheisen hat.
00:47:11: Wenn man das studiert oder die Ausbildung hat dann ist alles sicher der Steuerberater, da rechts im Wald.
00:47:17: Der Arzt war so rüber und das wird einmal auf den Kopf gestellt.
00:47:25: Du bist ja, du hast es vorher gesagt, ein großer Fan einer lebendigen und aktiven Demokratie.
00:47:32: Ich habe ja zusammen stärker gegründet als außerparlementarische überparteiliche Bewegung.
00:47:40: Viele fragen sich natürlich, was soll das werden?
00:47:44: Wo soll die Reise hingehen?
00:47:45: Das fragen sich auch viele Menschen, die sich mit der Politik befassen – egal jetzt braucht man gar nicht nach Österreich schon sondern grundsätzlich in Europa!
00:47:53: Es gibt eine unglaubliche Erfolgsgeschichte in Ungarn bekanntermaßen weil es schon ein anderes Wahlsystem ist wo Viktor Orban abgelöst wurde von einem seiner ehemaligen Mitstreiter und Minister.
00:48:07: Wenn wir jetzt nach vorne schauen, was soll oder wie kann man ein Land gestalten und verändern?
00:48:15: Und das würdest du einen jungen Menschen raten der politisch interessiert ist.
00:48:20: Der sich mit einbringen möchte, der gleichzeitig aber auch sieht in etablierten Parteien ist ein weiterkommen nicht möglich.
00:48:30: wie bringen wir die Demokratie dazu, dass wir mit Bewegungen, mit Social Media und anderen Initiativen einfach den Subarien wirklich die Stimme wiederum geben, die er verdient.
00:48:42: Das wird da ein Dreißig Prozent nicht wählen.
00:48:44: in Österreich und auch in Deutschland glaube ich ist es ähnlich hoch wiederum motivieren sich mit einzubringen und nicht zu resignieren um dann das Feld eben extremen zu überlassen ganz egal ob links oder rechts sondern Eine hoffentlich rechtsliberale, wirtschaftlich orientierte Partei mitzugestalten oder eine Bewegung zu gestalten.
00:49:08: Wenn du das sehr erfolgreich aufgebaut
00:49:10: hast?
00:49:11: Zunächst finde ich es super, dass du das machst und ich habe zusammenstärke so schnell gewachsen, dass der Erfolg dir auch zeigt, dass er eine richtige Entscheidung war.
00:49:20: Zum Zweiten glaube ich, dass Austausch des Allerwichtigste ist... Wenn die Politik sich ausschließlich mit sich selbst unter Verwaltung beschäftigt, dann fehlt der notwendige Anschluss an den Rest der Bevölkerung.
00:49:39: Also was ich in meiner Zeit damals immer versucht habe und unser ganzes Team hat das eigentlich tagtäglich versucht in einem ständigen Austausch mit Unternehmern, Zivilgesellschaft anderen zu sein und da einfach einen ständigen Informationsfluss zu haben.
00:49:54: Das heißt ja nicht, dass man alles umsetzen muss was man hört kann ja auch gar nichts sein aber zumindest sozusagen mitzubekommen.
00:50:02: Was beschäftigt die?
00:50:03: Was schlagen die vor?
00:50:04: Was würden sie für richtig erachten?
00:50:06: das ist schon mal die halbe Mitte.
00:50:08: Und insofern übersetzt jetzt auf jeden der politisch interessiert ist würde ich sagen egal wo Hauptsache mitmachen.
00:50:17: also ich glaube unser System lebt davon was im Kopf haben sich engagieren, sich einbringen.
00:50:24: Und für manche mag es richtig sein, sich in einer Partei oder wenn sie jünger sind, Jugendorganisationen zu engagieren.
00:50:32: Das war für mich der richtige Weg und für andere ist es richtig das Außerhalb des sozusagen Parteinsystems zu machen.
00:50:40: Beides ist ja in Ordnung.
00:50:42: Aber ich glaube je mehr Menschen sich engagierend, desto besser ist es für eine liberale
00:50:49: Demokratie.".
00:50:53: Du bist so viel außerhalb Österreichs, um die Negativspirale zu durchbrechen.
00:51:01: Was schätzen denn andere Länder?
00:51:03: Regierungen merkte an Österreich.
00:51:07: Also ich glaube dass Österreich noch immer als sehr stabiles westliches wohlhabendes Land gilt genauso wie das auch auf Deutschland und anderen Staaten in unserer Region zutrifft.
00:51:24: Ich glaube auch nicht, dass da irgendwas groß jetzt verloren ist.
00:51:27: Und die Frage ist immer nur wo geht die Reise in Zukunft hin?
00:51:32: Wenn ich mir anschaue, dass Gott sei Dank der Tourismus stark ist und Europa noch immer ein begehrtes Reiseziel für den Rest der Welt ist, dann ist das was Schönes.
00:51:43: aber... Das allein reicht halt nicht.
00:51:45: Ja wieder beim Freiluftmuseum!
00:51:47: So
00:51:48: und insofern glaub' ich braucht's die Kombination aus vielen Bereichen der Wirtschaft und genauso wie der Tourismus, Gott sei Dank stark und wichtig ist.
00:52:00: Sollte man auf Industrie-, Innovationen oder anderes nicht vergessen?
00:52:05: Und das glaube ich ist ein gesamt- europäisches Phänomen.
00:52:10: aber ich habe den Eindruck die Zeiten werden immer härter und dadurch wird sich das auch mehr und mehr durchsprechen dass das relevant ist.
00:52:21: So analysierst du die größten Chancen für Österreich oder für den Standard Europa?
00:52:26: Ich glaube, dass in Wahrheit alles da ist.
00:52:30: Also es gibt noch immer eine hohe Lebensqualität Es gibt sehr viel Talent.
00:52:38: Es heißt immer, es gibt so wenig Kapital.
00:52:40: aus meiner Sicht stimmt das überhaupt nicht.
00:52:42: Es gibt gerade jetzt im Start-up Bereich meiner Meinung nach mehr Kapital und leider geht es oftmals zu wenig.
00:52:50: Gründer oder gute Ideen, ja?
00:52:52: Oder zu wenig auch Risikobereitschaft bei Leuten was zu starten.
00:52:57: Also ich glaube es ist grundsätzlich alles angerichtet und auf der anderen Seite sind die Negativbereiche bekannt von sehr viel Bürokratie über hohe Steuern, hohe Energiekosten Und das wichtigste wahrscheinlich am Ende des Tages ist mein Zeit.
00:53:16: Ja also wenn wieder klar ist, dass es erstrebenswert ist etwas aufzubauen, etwas zu gründen, Jobs zu schaffen.
00:53:26: Wenn das auch idealisiert wird und nicht schlecht gemacht wird ja dann glaube ich wird's viele Leute geben die das versuchen und anpacken und ein großer Treiber ist sicherlich das Sozialsystem, wo es Schrauben gibt.
00:53:42: Wo man einfach anregen kann, dass Leute arbeiten gehen oder wo es sehr attraktiv werden kann nicht arbeiten zu gehen.
00:53:49: und da ist auch in Europa vieles in die falsche Richtung gelaufen.
00:53:54: Insofern sind die Stellschrauben bekannt.
00:53:58: wenn man an denen dreht dann können sich Dinge wieder in die richtige Richtung entwickeln.
00:54:03: und international würde ich mir wünschen, dass Europa wieder versucht mit mehr Teilen dieser Welt positiv zusammenzuarbeiten und sich nicht gegenüber dem Rest der Welt abgrenzt.
00:54:17: Derzeit habe ich den Eindruck, mit Russland gibt es keinen Kontakt, weil da ist ein Krieg, mit China gibt's schlechte Stimmung, die haben ein ganz anderes System.
00:54:29: Der Golf ist viel sowieso skeptisch, weil keine Demokratien... So, und dann bleibt noch die USA.
00:54:38: Und die
00:54:39: ist jetzt sozusagen schlecht weil der falsche Präsident aus Sicht der Europäer gewählt wurde.
00:54:44: Wenn man sich dann umschaut in alle Himmelsrichtungen, dann kommt irgendwie noch jemand über und das für einen Kontinenten eigentlich exportorientiert sein sollte?
00:54:56: Schwierig!
00:54:57: Macht schwierig.
00:54:58: Du hast das angesprochen, es wäre jetzt mein letztes Thema-Blog oder ein Themabereich gewesen Russland und die Ukraine.
00:55:07: Ich meine zum einen hat's bewirkt dass Europa plötzlich nachdenkt oder drauf kommt dass wir eine Rüstungsindustrie brauchen.
00:55:13: Wäre eine Chance Arbeitsplätze zu schaffen Und die Wirtschaft irgendwie zu beleben.
00:55:18: kann man stehen.
00:55:19: Aber
00:55:19: Achtung muss man auch dazu sagen reinstaatlich finanziert.
00:55:24: All jene, die jetzt sagen, na gut, jetzt arbeiten die Leute dann nicht mehr bei Volkswagen aber dafür jetzt bei Rhein-Westfalen und daran, die müssen schon wissen... der Volkswagen, der ist Gott sei Dank auf der ganzen Welt gekauft worden, sozusagen die Hauptzahler in der Industrie sind, die Steuerzahlern.
00:55:47: also das kann man nicht eins zu eins gleichsetzen mit anderen zweigende Industrie?
00:55:52: Nein, das ist schon auch richtig.
00:55:54: Dabei wollte ich gar nicht so hinaus sondern viel mehr was tun wir oder was würdest du tun?
00:56:00: oder was wäre deine Empfehlung?
00:56:02: Du bist ja international auch dementsprechend vernetzt.
00:56:05: für mich war es ein bisschen befremdlich zu sehen dass nicht der amerikanische Außenminister zu Putin geflogen ist sondern de facto der Schwiegersohn des Präsidenten mit einem Unterhändler.
00:56:18: Was sollte Europa tun?
00:56:19: Ich meine, ich hätte gesagt nicht zuletzt deswegen weil ich sieben Jahre in Russland gelebt habe.
00:56:23: Ich wäre ich europäischer Politiker.
00:56:25: Ich würde da jedes Monat hinfliegen und alles versuchen das zu beenden dieses Drama.
00:56:33: Teilweise
00:56:33: bei dir und also sozusagen dass der Jared Kushner aktiv ist finde ich gut.
00:56:38: ja weil ich damals miterlebt hab wie er ihn in Middle East versucht hat die Abraham Accords zustande zu bringen, was am Ende gelungen ist und aus meiner Sicht ein Jahrhundert Erfolg war.
00:56:51: Nämlich die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen und einem Miteinander von muslimischen Staaten mit Israel.
00:56:59: Also der hat schon bewiesen dass er es kann und hat schon einmal etwas zusammengebracht was davor als unmöglich gehalten
00:57:06: ist.
00:57:06: Das war so auch jetzt nicht gemeint von mir sondern nur es gibt ja eine offiziellen Außenminister.
00:57:11: Ja klar ich glaube sozusagen Die Trump-Partnisation ist da immer wieder
00:57:17: etwas
00:57:20: anders als andere Regierungen, mir relativ wurscht wie er spricht.
00:57:26: Ich finde gut das gesprochen wird und ich würde mir wünschen dass Europa da eine Rolle spielen würde.
00:57:32: Also ich glaube es schlecht ist, dass noch immer keinen direkten Austausch mit Russland gibt, die Europäische Union als Verhandlungspartner in Stellung zu bringen.
00:57:48: Der Krieg kann nur am Verhandlungs-Tisch gelöst werden, es wird keine militärische Lösung geben.
00:57:55: ich habe jetzt schon Sorge vor dem Winter.
00:57:58: die Russen werden in der Ukraine die Energieinfrastruktur völlig zerbomben.
00:58:02: das wird dazu führen dass die Menschen in einem Land, in dem es im Winter wirklich richtig kalt ist.
00:58:09: Einfach teilweise ohne Hätzung leben werden.
00:58:11: also das wird immer härter und immer bitterer.
00:58:15: Und selbst wenn jetzt es der Ukraine beachtlich gelingt immer wieder auch sozusagen da in Russland gegen Angriffe zu starten aber der Winter wird dramatisch werden und ich glaube einfach, je früher es gelingt eine Lösung am Verhandlungstisch zustande zu bringen desto besser.
00:58:35: und alle anderen Szenarien, die sind für mich keine.
00:58:39: Und ich glaube auch ja bei aller Notwendigkeit dass Europa verteidigungsfähig ist, bei aller notwendigkeit das auch eine funktionierende Rüstungsindustrie gibt es alles richtig aber sozusagen zu Ende gedacht.
00:58:53: Ich hoffe wir wünschen uns trotzdem alle ein friedliches Miteinander und keine militärische Auseinandersetzung mit Russland.
00:59:03: Ich hab immer wieder Sorge, weil ich das Gefühl habe dass da schon jetzt zu sagen mehr und mehr gibt ja die anderes in Erwägung ziehen.
00:59:13: Und das glaube ich sollte einfach überhaupt keine Denkoption sein.
00:59:18: Ja ich habe an anderer Stelle einmal gesagt es ist immer noch so Moskau liegt in Europa geografisch auf jeden Fall und es wäre glaube ich für uns alle das Beste auch energiepolitisch wenn es mit Russland wiederum ein vernünftiges Auskommen miteinander gäbe.
00:59:34: Ja, ich glaube das muss eine Lösung für diesen Konflikt geben der ohnehin schon viel zu lange dauert.
00:59:43: Wir kommen schon langsam zum Schluss Sebastian.
00:59:47: Wenn du heute noch einmal siebenundzwanzig wärst was würdest du dir für deinen Weg wünschen?
00:59:53: oder was würdest du ganz anders machen?
00:59:55: Oder sagst du eigentlich in großer Mode alles richtig gemacht?
00:59:59: also ich bin sehr sehr dankbar für alles, was ich erleben und tun durfte bisher.
01:00:08: Es ist alles anders gekommen als geplant aber es war ein extrem spannender Weg bis her.
01:00:17: Und insofern gibt's im Blick zurück vor allem Dankbarkeit.
01:00:22: Was ich erlernt habe ist dass man die Dinge nicht planen kann ja mit gerade so viel Phase Zeit gehabt, Dinge zu planen.
01:00:30: Weil da war ich schon mitten in der Politik angekommen und wurde grad Außenminister aber... Ich habe damals in der Zeit so mit sechzehn-sehntzend das Gefühl gehabt man muss sich genau überlegen was studiert man und wo macht mein Praktikum?
01:00:42: Und was will man mal arbeiten?
01:00:44: Und alle Überlegungen die ich damals hatte sind nicht eingetreten und es kam völlig anders als gedacht.
01:00:52: auch meinen Ausstieg aus der Politik nicht langfristig geplant, sondern kam damals sehr kurzfristig.
01:01:02: Was ich danach gestartet habe, hätte ich mir Jahre zuvor überhaupt nicht erträumt.
01:01:10: Jetzt bin ich sehr dankbar dass sich die Dinge da so gut entwickeln.
01:01:13: also das einzige was ich immer versucht hab war Dinge zu machen, die mir Freude machen und nicht zu viel Zeit mit Dingen zu verbringen, an denen ich keine Freude hatte.
01:01:26: Und auch nicht irgendwelchen Zwingen zu erliegen etwas machen zu müssen weil man es für den Lebenslauf braucht oder was sich so gehört oder was andere machen sondern immer versucht zu sagen das zu tun was mich erfüllt hat.
01:01:42: Damit bin ich Gott sei Dank bisher immer gut gefahren.
01:01:46: Ja, also dein bisheriger Lebenslauf, glaube ich, reicht bei manchen anderen für drei Leben.
01:01:52: Ich glaube, wenn man kann...
01:01:54: Es war auch sehr intensiv und sehr anstrengend, das muss dazu sein!
01:01:57: Das war
01:01:59: spannend
01:01:59: aber es war auch...
01:02:01: Und es gibt den schönen Salz, wenn du Gott zum Lachen bringen möchtest, mach einen Plan nicht oder nimm dir Interessor.
01:02:09: in diesem Sinne Sebastian Kurz sieht Österreich heute aus der Distanz als jemand, der die Macht von ihnen kannte sie abgegeben hat und er das Land jetzt mit den Augen eines Unternehmens betrachtet.
01:02:21: Diese Distanz macht vieles klarer dem Blick auf Europa auf die Wirtschaft auf das was hier stockt.
01:02:28: Das war Streitwert.
01:02:29: Vielen Dank fürs Zuhören Sebastian Tiert.
01:02:31: vielen dank für deine Zeit und fürs Kommen.
01:02:33: Vielen Dank für die Einladung.
01:02:34: Danke Wenn dir Streitwort gefällt.
01:02:37: ein klick auf abonnieren Und du bist dabei.
01:02:40: Alles andere machen wir.
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