#32: Andreas Treichl über Osteuropa, Regulierungen und Vermögen für die Bevölkerung (2/2)
Shownotes
In dieser Episode diskutiert Stephan Zöchling mit Andreas Treichl über die Zukunft Mittel- und Osteuropas, das Verhältnis zu Russland und die Frage, was von der Rolle der Banken bleibt.
Treichl führte die Erste Group fast 23 Jahre lang. Heute ist er Vorstandsvorsitzender der Erste Stiftung, die als wesentlicher Aktionär hinter der Bank steht und sich der Finanzbildung und dem Aufbau tragfähiger Pensionssysteme widmet.
Im Zentrum des Gesprächs stehen die roten Linien, die für ihn über eine EU-Mitgliedschaft anderer Länder entscheiden, die Frage, warum starke Kapitalmarktkultur und stabile Demokratie zusammenhängen, und der Wandel des Bankgeschäfts durch Regulierung und künstliche Intelligenz.
Themen der Folge: • Osteuropa als Wachstumsmotor Europas für die nächsten 25 Jahre • Warum Russland und die Türkei nicht in die EU passen • Die Bedingung für Frieden: europäische Stärke ohne Amerika • Rechtsstaatlichkeit als rote Linie jeder Ideologie • Kapitalmarktkultur und ihr Zusammenhang mit stabiler Demokratie • Wohlstand ohne Demokratie: das Beispiel China • Die Erste Stiftung und Finanzbildung • Warum die kapitalgedeckte Säule Vermögensaufbau für alle ermöglichen kann • Vom Bankier zum Verwalter: was die Regulierung zerstört hat • Wenn Gesundheit und Beratung zum Luxusgut werden • 2008 und der Absturz
Der Gast: Andreas Treichl war von 1997 bis 2019 Vorstandsvorsitzender der Erste Group. Unter seiner Führung expandierte die Bank nach Tschechien, in die Slowakei, nach Ungarn, Kroatien und Rumänien. Davor arbeitete er bei Chase Manhattan und Crédit Lyonnais, in den Neunzigern war er ÖVP-Finanzreferent unter Erhard Busek.
Heute ist Treichl Vorstandsvorsitzender der Erste Stiftung und Mitgründer der Zweiten Sparkasse. Er tritt für eine europäische Kapitalmarktunion ein und für ein Pensionssystem, das nicht allein auf dem Umlageverfahren beruht.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Ich bin ein bekennender Sozialdemokrat oder ich bin ein bekennender Christdemokrater, was auch immer.
00:00:05: Aber es gibt für mich eine rote Linie wenn du ganz oben bist und ganz runterfällst und dann sagst – ich mache jetzt nichts anderes!
00:00:14: Ich möchte wieder dorthin.
00:00:15: Ich möchte dort zurück.
00:00:19: Streitwert ist der Podcast über das, was wirklich zählt.
00:00:22: Mein Name ist Stefan Zöckling und ich spreche mit Persönlichkeiten über die Themen, die zu wertvoll sind um darüber nicht zu streiten.
00:00:30: Andreas Dreigli ist einer der prägensten Banker dieses Landes.
00:00:32: Zweiundzwanzig Jahre lang hat er die erste Group geführt und aus einer Wiener Sparkasse eine dezentraleuropäische Bank mit mehr als fünfzehn Millionen Kunden gemacht von Polen bis Kroatien, unter ihm wurde auch die Erste zum Vorreiter im digitalen Banking.
00:00:47: Mit der Übernahme der Jessica Sporetell in einem Jahrzehntausend hat er den Einstieg nach Osteuropa noch vor dem EU-Beitritt Tschechens geschafft, zu zweitausendfünf kaufte die rumänische PCR um damals sagenhafte drei Komma sieben Milliarden Euro.
00:01:02: Das war damals der größte Auslandstil der österreichischen Wirtschaftsgeschichte.
00:01:06: Andreas Dreigel selbst war in den neunzigern ÖVP-Finanzreferent unter Erhard Buseck, er hat die erste durch die Finanzkrise geführt und das aufgenommene Staatsgeld mit Zins und Zinseszins zurückgezahlt.
00:01:19: Heute ist der Vorstandsvorsitzender der erste Stiftung und einer der lautesten Rufen nach einer europäischen Kapitalmarktunion und einer Pensionsreform, die die Politik seit Jahrzehnten aufschiebt.
00:01:30: Die Frage ist.
00:01:31: was braucht Österreich damit es nicht den Anschluss verliert?
00:01:34: und traut sich noch jemand das ehrlich zu benennen?
00:01:37: Sich anderen Meinungen aussetzen Widerspruch aushalten und bessere Antworten auf die Fragen unserer Zeit finden?
00:01:43: ich bin Stefan Söchling.
00:01:44: willkommen bei Streitwert heute zu Gast.
00:01:46: Andreas Treichel vielen Dank für dein Kommen über zwei Jahrzehn des CEO der erste Grupp Heute Vorstandsvorsitzender der Erste Stiftung und Gründer der zweiten Sparkasse.
00:02:03: Unser Thema heute – wie viel Zukunft kann sich ein Land leisten, das nicht mehr investiert?
00:02:10: Und welche Reformen braucht es jetzt damit Österreich und Europa nicht den Anschluss verlieren?
00:02:14: Herzlich willkommen Andreas Dreikel!
00:02:17: Dankeschön, war mich hier zu sein.
00:02:20: Welche Rolle meinst du, wird Mitteln Osteuropa für Europas Zukunft spielen?
00:02:25: Sowohl ökonomisch als auch demografisch und politisch.
00:02:31: Also ich glaube dass diese Länder eine einmalige Chance haben und natürlich auch sehr von der Union profitieren weil ihnen in der Aufbauphase hat sehr viel Geld auch zugekommen ist durch die Union.
00:02:55: Aber sie sehen alles das, was in Ländern wie Österreich und Deutschland und Belgien und Frankreich in den letzten dreißig, fünfdreißig Jahren schief gelaufen ist und haben das Wissen daraus.
00:03:10: Sie können aus den Fehlern, die wir gemacht haben lernen und eine wesentlich bessere Balance aufbauen zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Sozialstaaten.
00:03:25: Und alle diese Länder müssen auf der sozialen Seite noch massiv nachholen, weil nichts da ist.
00:03:37: Die medizinische Versorgung ist noch lang nicht so wie bei uns die Bildungsseite.
00:03:42: aber sie holen auf wachsen schneller als wir und könnten und daran glaube ich eigentlich sehr fest dass sie das auch sein werden, dass sie der Motor des Wachstums in Europa sein werden.
00:03:57: Das sind nicht nur für sich selbst die Treiber der Zukunft sondern Sie sehen eigentlich für ganz Europa.
00:04:06: Dass es vorher kurz erwähnt aber nichtsdestotrotz war es deiner Meinung nach nämlich auch geopolitisch exposed bedachte den Fehler Russland und die Türkei nicht stärker an die EU zu binden?
00:04:20: Ich sehe es anders.
00:04:24: Was heißt zu binden?
00:04:26: Ich glaube nicht, dass die Türkei und weder die Türken nach Russland in eine europäische Union hineinpassen.
00:04:40: Dazu sind sie viel zu weit von einer Demokratie und Rechtsstaatlichkeit empfinden entfernt.
00:04:51: Und werden auch nicht so schnell dorthin kommen, wenn sie überhaupt dorthinkommen werden.
00:05:00: Die Europäische Union ist nun mal eine Union die nur von politischen Kräften getragen werden sollte.
00:05:11: Egal jetzt wo sie politisch ideologisch stehen, ob links oder rechts.
00:05:18: Oder grün oder was?
00:05:19: Oder liberal.
00:05:21: Das, was glaube ich in der Europäischen Union wirklich wichtig ist, dass dort nur Länder sind die sagen Ich verfolge meine politischen Ideologien und ich möchte sie durchsetzen.
00:05:32: Also ich bin ein bekennender Sozialdemokrat oder ich bin einen bekennenden Christdemokrat aber was auch immer Aber es gibt für mich eine rote Linie Und die rote linie Rechtsstaatlichkeit, die Institutionen der Rechtsstaatslichkeit und Demokratie.
00:05:48: Und ich werde nie diese rote Linie durchbrechen um meine Ideologien durchsetzen zu können.
00:05:55: D.h.,
00:05:55: ich werde die Medienfreiheit nicht angreifen, die Meinungsfreiheit auch nicht anggreifen und und und ... Ich glaube dass das Länder wie Polen nun alle lernen.
00:06:08: wir müssen es auch lernen.
00:06:10: Wir sind auch nicht perfekt.
00:06:12: Ich glaube übrigens, dass das sehr viel mit Kapitarmarkultur zu tun hat.
00:06:17: Weil alle Länder die eine starke Kapitalmarkkultur haben sind tiefe Demokratien in Holland aus den genauso rechtspopulisten wie bei uns und in Deutschland.
00:06:28: Und zum Teil auch ziemlich Verrückte wie den Herrn Wilders der Kontinue oder deine Partei kommt in die Regierung nach vier Jahren wieder abgewählt Kamentschreckt sich auch, wenn sie reinkommen und machen.
00:06:42: Bei uns wird in Deutschland herumgebrüllt, den Ungarn propagieren Sie die illiberale Demokratie – was immer der Scheiß sein soll!
00:06:53: Aber ich glaube das passt nicht zu Russland oder zur Türkei.
00:07:00: Ganz etwas anderes zu sagen ... In der Situation, in der wir jetzt sind ist die Beziehung zwischen Europa und Russland nicht gut.
00:07:10: Das hat aber mit ganz anderen Sachen zu tun!
00:07:12: Ich bin sehr dafür, dass wir in Europa haben das langfristig in Frieden, in Freundschaft und den starken wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland leben kann und Leben müssen weil es besser für Russland sein wird und besser für Europa sein wird.
00:07:30: Weil Russland hat in den letzten dreißig Jahren gezeigt dass sie aus dem Ende des Kommunismus nicht das machen können, was Sie hätten machen können.
00:07:45: Nämlich eine breite Wohlstandsdemokratie aufbauen, sondern es hat sich ein relativ korruptes Oligachenturm entwickelt und Russland ist nichts mehr.
00:07:57: Nein, an eine Demokratie herangehen.
00:07:59: Warum soll sich das in den nächsten dreißig Jahren ändern?
00:08:02: Es müssen ja nicht alle so sein wie Europa.
00:08:04: Indien muss nicht so sein, wie Europa, Vietnam muss nichts sein... Wir sind auch noch Europa und wollen so sein!
00:08:09: Aber für uns wäre es viel besser wir könnten in Frieden mit den Russen Leben.
00:08:13: Und wir könnten endlich wieder billig Glas und Öl von den Russen kaufen, um sie können endlich wieder von uns Sachen kaufen.
00:08:22: Wir könnten Russland helfen sich wirtschaftlich etwas stärker zu entwickeln und aus dem Land wirklich etwas zu machen.
00:08:29: Dazu muss aber eine Sache völlig klar sein, dass wir mal definieren was ist Europa?
00:08:35: Was ist unser Einzugsgebiet?
00:08:37: Dann müssen wir ohne Amerikaner so stark sein dass Russland weiß, wenn auch nur eine Millimeter in unser Gebiet das wir noch definieren müssen reingeht.
00:08:51: Das ist die Basis glaube ich und das müssen wir schaffen.
00:08:56: und wenn wir das geschafft haben das haben wir verabseumt weil wir uns seit Jahrzehnten auf die Amerikaner verlassen.
00:09:05: Wir müssen nichts anderes als von Amerika unabhängig werden.
00:09:11: Können wir eine wirklich gute Beziehung mit ihnen aufbauen?
00:09:15: Demokratie ist ein gutes Stichwort.
00:09:16: Du hast ja nicht nur über die Jahrzehnte, die erste Bank oder die erste Group aufgebaut, du hast ja als Teileigentümerin auch die erste Stiftung gegründet und geschaffen und ganz wesentlich aufgebaut.
00:09:31: Die erste Stichtung ist wesentlicheraktionär der ersten Group Und im Purpose der Stiftung steht Demokratie und eine starke wirtschaftliche Basis sind untrainbar miteinander verbunden.
00:09:41: Ohne lebendige Demokratie kann Wohlstand nicht gerecht verteilt werden, und umgekehrt.
00:09:49: Würdest du meine These teilen dass ich war mal eingeladen zu einer Diskussion Kapitalismus versus Gerechtigkeit?
00:09:57: Ich habe die These vertreten Kapitalismus Schaftgerechtigkeit oder finanziert auch Gerechtigkeit.
00:10:03: Würdest du das auch so sehen?
00:10:05: oder würdest du es anders definieren?
00:10:09: Ich würde es anders, ich würde es anderes definieren.
00:10:13: Sollen wir mal sagen die These dass Wohlstand nur sich in einer Demokratie entwickeln kann, die stimmt nicht.
00:10:21: Das ist falsch!
00:10:21: Wohlstände kann sich auch in einer Autokratie, in einer Diktatur, in eine Aristokratie wo auch immer entwickeln.
00:10:32: Unabhängiger freier Wohlstand wo die Menschen in einem Land nicht davon abhängig sind, dass sie einer Regierung oder einem Regierenden zu Gesicht stehen.
00:10:45: Das kann sich nur eine Demokratie entwickeln.
00:10:47: Weil den größten Wohlstandswachstum der letzten Jahrzehnte hat es sich in Europa gegeben sondern in China.
00:10:55: Und das ist ein breiter Mittelstand in Deutschland und in einem land, das vieles hieß aber keine Demokratie.
00:11:03: Aber da bist du halt immer abhängig, ob die Partei das zulässt oder nicht.
00:11:12: Und in einer Demokratie nimmt der Regierende auch viel Geld weg über die Steuern.
00:11:20: aber es ist im System einer rechtsstaatlichen Demokratie ganz was anderes.
00:11:25: und wir sagen als erste Stiftung und als erste Gruppe Wir wollen in Regionen arbeiten in der jeder und jede Die Chance hat, zu Wohlstand zu kommen.
00:11:38: Unabhängig davon ob er oder sie der Regierung oder dem Regierenden zur Gesicht steht.
00:11:43: Dass das recht jeder Bürgerin ist in einem Land.
00:11:46: Das Ganze etwas anderes.
00:11:48: Was finanziert die Stiftung dann zum Beispiel?
00:11:50: Welche Projekte verfolgt ihr denn und was ist die wesentliche Aufgabe bezüglich?
00:11:56: Ich glaube momentan haben wir relativ viel zu tun um... und den philandropischen Sektor.
00:12:03: Der NGO ist ja schon Schimpffahrt geworden, da müssen wir sehr ach geben.
00:12:08: bei dem Begriffen Stiftung ist auch ein bisschen eine Schimpffahrt geworden und bei Stiftungen denken neunzig Prozent der Menschen eher an Neuerhinterziehung, Nichtenstein-Benko usw.
00:12:21: Und nicht an erste Stiftungs- und echt philanderopische... Bertelsmann?
00:12:27: Äußerzionen Und ich glaube, dass wir da noch extrem viel zu tun haben.
00:12:38: Wir glauben das wir unsere Gründungsurkunde treu bleiben müssen und wir sind im Jahr achtzehneinzehn gegründet worden und für mich ist der wichtigste Satz, der die erste Gruppe ausmacht.
00:12:52: Der erste Satz in unserer Gründung Urkunde sagt kein Alter, kein Geschlecht keine Nation und keinen Stand davon den Vorteilen ausgeschlossen werden, die unsere Erste anzubieten hat.
00:13:07: Und dass im Jahr achtzehn- neunzehnt zwei alte weiße Männer alter und geschlecht als Diskriminierungsmerkmal gesehen haben, habe ich für ziemlich fortschrittlich gefunden.
00:13:20: So langweilig.
00:13:21: das ist aber die Basis für Wohlstand Finanz- und Wirtschaftsbildung.
00:13:29: Und die ist in unseren Regionen extrem schwach ausgeprägt, deswegen investieren wir sehr viel dort hinein.
00:13:38: Aber ich gesagt habe momentan müssen wir uns kümmern um den philanthropischen Sektor insgesamt auch weil halt nicht nur in Österreich sondern überall aufgrund der Budget Situation den freiwilligen zivilgesellschaftlichen Organisationen sehr viel Geld vom Staat entzogen wird.
00:13:56: Also müssen wir dafür einstehen.
00:13:58: Da machen wir sogenannte Feldarbeit, aber strategisch arbeiten wir sehr stark an der Finanz- und Wirtschaftsbildung und an gesunden Pensionssystemen.
00:14:10: Wobei wir als erste Stiftung über die Erste Säule und Pensionsantrittsalter überhaupt nicht reden wollen – das geht uns nichts an!
00:14:19: Das ist Politik.
00:14:20: Aber dort wo wir wirklich etwas beitragen können ist ... Wir sagen... aufgrund der demografischen Entwicklung, die wir in unseren Ländern haben.
00:14:31: Und das ist in all unseren Ländern schlecht wie in ganz Europa schlecht in unterschiedlichen Facetten aber es gibt kein Land mehr in Europa wo wir nicht über den nächsten dreizig vierzig fünfzig Jahre außer.
00:14:46: wir werden unfassbar gut in der Migration.
00:14:49: dazu braucht man sehr viel Geld immer weniger arbeitende Menschen für immer mehr nicht arbeitete Menschen vorsorgen müssen.
00:15:00: Und diese Entwicklung ist dramatisch, der kann man nur dadurch entgegenwirken indem man Vermögen für die Bürger aufbaut und eine Kapitalgedeckte Solle is nichts anderes als Vermögensaufbau für die breite Bevölkerung.
00:15:19: Das sind zwei Themen mit denen wir uns massiv
00:15:23: Und das ist die erste Stiftung, wie es in jenen Märkten tätige, in denen der erste Bank tätig ist oder der erste Group tätig.
00:15:28: Ich würde es umdrehen.
00:15:32: Viele
00:15:34: haben über die Demokratie gesprochen.
00:15:37: China und USA agieren fundamental anders.
00:15:39: Wie du schon gesagt hast keine demokratischen Strukturen zum Teil oder ich meine in den USA natürlich aber aktuelle Präsidentschaft lässt teilweise daran zweifeln dass dort demokratische Strukture noch eingehalten werden.
00:15:53: Ist Europas Demokratie einfach zu langsam und zu träge geworden, sind wir zubehebig?
00:15:58: Und in all den Dingen die uns eigentlich die Stichwort Artificial Intelligence oder andere Dinge abverlangen würden.
00:16:06: Nein ich glaube du sprichst das Grundsatz Problem an.
00:16:14: Du hast das Problem von Demokratie!
00:16:16: Ich ist dass sie behebig ist nur sehen wir ja auch dass es funktionieren kann.
00:16:24: Die Schweiz ist eine Demokratie, funktioniert die schlecht, Dänemark ist eine demokratie und mein Land so nehmen das in der EU, funktioniert das schlecht, läuft super!
00:16:35: Es geht ja... Wir haben hier genügend Beispiele dafür, dass es funktioniert auch in der EU genügende Beispile.
00:16:46: Auch Holland funktioniert mit allen Problemen, das hat extrem und Schweden funktioniert gut, und Finnland funktioniert gut.
00:16:54: Und wir haben ja auch einmal gut funktioniert und werden vielleicht auch wieder mal wieder gut funktionieren – und Deutschland vielleicht auch!
00:17:01: Es ist die Demokratie per se langsam und langweilig.
00:17:10: Da besteht sogar eine gewisse Korrelation.
00:17:15: Auch du tust das manchmal in den ... unsere Politiker sind jetzt sich gerade besonders gut drauf und wir brauchen wieder wirklich cool, wir brauchen diese kaosmatischen tollen Persönlichkeiten.
00:17:30: Kennst du einen super-kaosmatisch tollen schwedischen Politiker?
00:17:35: Ich nicht!
00:17:37: In denen mag ich die Mette Frederiksen aber sonst kenne ich auch niemanden.
00:17:41: Aber den Orban kennt jeder Den Babisch kennt jeder Alle Verrückten kennt jeder Und die, die brav ihre Arbeit tun und sie gut machen, die kennen wir gar nicht.
00:17:53: In der Schweiz kennst du keine einzigen Politiker und trotzdem machen Sie es gut.
00:17:58: Also das gibt, hängt natürlich ab und zu gut wirkliche Persönlichkeiten zu haben.
00:18:02: Ich würde mir jemanden wünschen an der Spitze der EU eine echte starke Persönlichkeit, die nicht nur ankündigt sondern Sachen auch umsetzen kann.
00:18:13: aber ich glaube Dadurch, dass wir eine Subsidiaritätslevel noch eingezogen haben in Europa und keinen Weg fallen lassen wird das Ganze natürlich noch komplexer.
00:18:28: Gemeinden, Länder, Nationalstaaten und die EU.
00:18:33: Eine Ebene zu viel zumindest nicht?
00:18:37: Wenn wir uns anschauen das Thema Artificial Intelligence, Industrie, Banking, Bankwirtschaft in deinem Abschiedsinterview wieder aus deiner Funktion, dass es generell direkt ausgeschieden bist gesagt.
00:18:52: Wir machen das gleiche wie damals aber unter völlig anderen Rahmenbedingungen viel mehr Regulierung und Eigenkapital neue Vorschriften nun endlich mehr Aufwand für Kontrolle und Regulierung Konkurrenz von Fintech.
00:19:04: Das hat auch dazu geführt, dass Banken weniger Profitables sind.
00:19:08: Ich glaube das kann man mal grundsätzlich für die erste Groupstand heute nicht sagen.
00:19:12: Nicht so jetzt aufgrund eures Wachstums der Akquisition in Polen und einem glaube ich sehr stringenten Programm in der Digitalisierung.
00:19:21: Du hast aber auch gesagt den Alpbach.
00:19:23: wenn ich auf die Bankbranche schaue mache ich mir Sorgen.
00:19:25: Ich wüsste nicht ob die rund fünfzigtausend Angestellten der erste Group in fünfzehn oder zwanzig Jahren noch den gleichen Job werden.
00:19:34: Jetzt sehen wir euch später, offensichtlich haben sie noch nicht zuletzt wie gesagt aufgrund des Wachstums, ihr seid jetzt die größte europäische Retail Bank geworden.
00:19:45: Wie schätzt du die Rolle der Banken ein?
00:19:48: Was macht das mit uns?
00:19:49: ich persönlich?
00:19:49: Braucht eigentlich zumindest für mein persönliches privates Geschäft und macht es alles online bei der Erste Group.
00:19:59: Aber bin ein begeisterter Georgiuser, aber was ist die Zukunft für eine Finanzierung?
00:20:06: Für Artificial Intelligence.
00:20:08: Was macht das mit dem Bankgeschäft?
00:20:12: Das sind extrem breite Fragen.
00:20:17: Aber ich glaube prinzipiell will ich gern zwei Punkte machen.
00:20:29: durch die neue Regulierung die immer stärker werdende und die Verlagerung der Entscheidungen in Algorithmen stark reguliert, und künstliche Intelligenz geht doch etwas verloren.
00:20:59: Beide Welten kennengelernt.
00:21:01: Ich war Chef der Ersten bis zur Regulierung und dann noch zwölf Jahre nachher, also ich hab von siebenundneinzig bis bis zwei tausend acht ungefähr gleich elf jahre gehabt in einer nicht regulierten oder niediger regulierten Zeit und danach.
00:21:27: Ja ich war noch Chef in einer Bank, wo ich Entscheidungen treffen habe können.
00:21:34: Da hat Kreditfälle gegeben, da war das ganze Kreditkomitee dagegen.
00:21:41: Das macht man nicht und diese Unternehmerin finde ich wirklich gut.
00:21:46: Das Unternehmen gefällt mir, die Personen gefallen mir.
00:21:51: Wir haben keine Sicherheiten anzubieten und die Zahlen schauen nicht gut aus.
00:21:55: aber ich glaube daran machen wir es!
00:21:58: Das kann ich heute nicht mehr.
00:22:01: Undenkbar?
00:22:01: Völlig undenkbar!
00:22:03: Wirst du eingesperrt, wenn du das machst?
00:22:09: Völlig neu wählt.
00:22:12: wir werden vieles von dem wissen dass ich gehabt habe und ich glaube ich war Nicht schlecht also viele Sachen nicht gut verstanden.
00:22:21: aber Ich war ziemlich gut in meinen Keritentscheidungen und hab oft overrulpt und hab fast immer recht gehabt damit.
00:22:29: Auf beiden Seiten, aber wir haben alle gesagt das machen wir nicht wirklich.
00:22:32: nein!
00:22:33: Wir machen es nicht weil der Unternehmer gefällt mir gar nicht mit dem ich nichts zu tun habe.
00:22:37: Alle Zahlen stimmen aber die ganze abduktive Logik kommt aus diesem Geschäft heraus.
00:22:48: du brauchst eigentlich gar keine, wenn du am Anfang geredet bist ein Banker oder Bankier, das brauchst du nicht mehr.
00:22:54: Aber so gesehen warst du im Bankier, weil du hast dich damit auseinandergesetzt mit der Person.
00:22:59: Wir haben schon einmal darüber gesprochen.
00:23:00: abseits dieses Modcasts gibt es glaube ich viele österreichische Unternehmer die zum Teil heute noch tätig sind vielleicht haben sie ihre Firmen schon verkauft die ihr heutiges Dasein oder Vermögen deiner Kreditentscheidung verdanken.
00:23:15: wenn du damals gesagt hast der will was kaufen machen und wie du sagst alle jetzt anzeigen eigentlich dagegen gesprochen haben
00:23:23: Und das ist total negativ.
00:23:29: Auf der Kreditseite halte ich es für wirklich schade, weil ein Kredit wird eine Commodity.
00:23:39: Du kannst dir vorher genau ausrechnen wann kriegst du ihn nicht und die Viabilität... verringert sich massiv, also die Chancen, dass du dort was kriegst und dort nicht.
00:23:51: Wenn's dein Kreditekredit kriegste überall... Das ist nirgendwo.
00:23:58: Auf der anderen Seite oder Veranlagungseite ist es ja noch komplexer.
00:24:02: Und das sehen wir auch durch, was die Neobanken da machen und die Tatsache, dass extrem viele junge Leute sich ihre Investitionsentscheidungen über irgendwelche KI-Agenten machen lassen.
00:24:24: Und viele bieten das alles in der Form an und sind gar nicht schlecht, ja?
00:24:31: Viele dieser Plattformen sind ja auch echt gut!
00:24:39: Das heißt... wird sich, dass das alles unbedingt schlechter werden wird.
00:24:45: Aber es wird halt für Banken immer schwieriger dort zu bestehen und was früher den Unterschied ausgemacht hat, wird unter Umständen immer weniger wert.
00:24:58: aber ich glaube trotzdem noch dass das ganze bankisch im wenigen sagst Banken haben sich um das zweitwichtigste im Leben der Menschen zu kümmern und das ist die finanzielle Gesundheit.
00:25:16: Und da jemandem zu haben, dem du persönlich vertraust hat schon noch einen Wert.
00:25:22: auch dort wo es um das wichtigste im leben der menschen geht nämlich ihre physische und mentale gesundheit darf es auch kein luxus gut werden dass du in den hausharzt hast.
00:25:35: Und die Tendenz, die Tendenz ist sehr stark da.
00:25:39: Das sehen wir ja auch unter Umständen in eine Zeit reinkommen wo deine Lebenserwartung und deine Gesundheit von deinem Einkommen und von deinen Vermögen abhängen.
00:25:51: Und das ist ein Thema wo der Kapitalismus momentan nicht mehr wirklich gut funktioniert wenn ich ganz ehrlich bin.
00:25:59: Und dass soll nicht auf der Finanzierungsseite auch passieren Und das ist schon sehr stark so da die Tendenz, dass die Menschen die Vermögen haben und viel verdienen bekommen.
00:26:10: Viel bessere Service als die Menschen, die weniger vermögen und weniger verliehen haben.
00:26:16: Das wird durch die KI nicht wirklich verbessert.
00:26:23: Oder heißt es, das ist die Herausforderung der Zukunft für die Banken?
00:26:27: Als Dienstleister für die finanzielle Gesundheit der Bürger dazusehen?
00:26:31: Und wenn sie das nicht gut hinkriegen, dann wird es in der Form auch nicht mehr geben.
00:26:37: Weil man sie nicht mehr braucht?
00:26:38: Ja, du kannst alles durch KI ersetzen!
00:26:41: Das ist aber ein Wahrheit der gesellschaftliche Auftrag, den Sie weiter haben werden müssen.
00:26:45: Den Auftrag kannst du keiner KI... Eine KI kann einen Teil davon abdecken, aber sie kann diesen Auftrag nicht abdecknen.
00:26:52: Dafür sind die Bank da.
00:26:53: Weil das ist im Prinzip die Rolle der Bank, die sich immer hat in Gesellschaft und Wirtschaft.
00:26:58: Das heißt, das ist die Transformation, der sie sich jetzt stellen muss.
00:27:05: Du hast das Thema angesprochen.
00:27:08: in der Regulierung im Jahr twohundert achtzehntausend neun.
00:27:12: Du warst ja im Auge des Orkans kann man ja sehr arg nötig.
00:27:17: Wann hast du, dass das in der echten existenziellen Krise ist und nicht nur eine Markttelle?
00:27:25: Das war ja davor schon einiges erruptiv am Kapitalmarkt unterwegs.
00:27:37: Ich erinnere mich, wir kennen uns ja schon ein paar Monate an die Situation.
00:27:43: Sieben Euro, die erste Bank Das
00:27:51: war schon im März des Jahrhunderts.
00:27:59: Ziemlich genau zehn Jahre, also elf Jahre vorher haben wir die Erste an die Perse gebracht mit ungefähr eine Milliarde.
00:28:07: Dann war sie im Juni-June über zweizig Milliarden wert und ... ein Jahr später, zweiten.
00:28:22: Und ich war damals Generaldirektor von der erste Gruppe, Vorsitzender der Stiftung und habe auch persönlich, also, achtzig Prozent von Alberti hatte ihn die Erste investiert.
00:28:40: Also im Jahr Zwei-Ton-Sieben ist mir sehr gut gegangen und im Jahr, ein bisschen ein Jahr spät aber in Wien alles weg Das dann wieder aufzubauen war die härteste, aber eigentlich auch fast die schönste Zeit in einem, fast dreiundzwanzig Jahren als CEO.
00:29:03: Wenn du ganz oben bist und ein ganz runter fällst und dann sagst ich mach jetzt nichts anderes!
00:29:10: Ich möchte wieder dorthin, ich möchte dort wieder zurück.
00:29:14: Und das war... Da bist du ziemlich alleine?
00:29:19: Viele Freunde, die du ein Jahr vorher gehabt hast, hast du nicht mehr.
00:29:23: Und da, glaube ich, zeigt sich, ob du ein guter Unterlehmensführer bist oder nicht.
00:29:32: und weil dich doch nicht so gut war, aber wir haben es geschafft.
00:29:35: Offensichtlich,
00:29:36: wenn ich in der ersten Kup stehe, bei einem Fünftierjahr, dann mag er bitte alles sagen?
00:29:39: Ja, wir
00:29:39: haben's geschafft und das war schon toll!
00:29:43: Die Politik hat das damals sensationell ausgenützt... Unfassbar.
00:29:48: Das war der Feynman, ein Führer der Position, von dem ich überhaupt glaube dass er die politische Wende in Österreich eingeleitet hat.
00:29:58: Die Intellektuelle?
00:30:00: Wichtig!
00:30:02: Und der hat das sensationell ausgenützt und ist bis jetzt nicht weg.
00:30:08: Bis jetzt glauben achtzig Prozent oder neunzig Prozent der Österreicher dass der Staat damals die Erste gerettet hat.
00:30:19: Wir haben es genommen, um die politischen Situation zu beruhigen und der Staat und die Steuerzahler haben sich schief und krumm daran verdient.
00:30:34: An der Bank, an Industrie oder?
00:30:40: Erzahlt haben Sie für alle, für Hypo und alle staatlichen?
00:30:44: Hyper-Volksbank.
00:30:46: Und andere genau als Investkredit und Kommunalkredit nicht.
00:30:53: Wir kommen schon langsam zum Ende.
00:30:54: wenn du deinen drei Söhnen einen einzigen Satz mitgeben würdest was in die Gesellschaft trägt Startwirtschaft Stiftung Individuum Welcher wäre das?
00:31:13: Und was sagt Andreas als Vater von drei Söhnen zu seinen Söhnern, was sind die wichtigsten Werte an deine Kinder für deren Karrieren.
00:31:26: Ich glaube dass ein je mehr Menschen in einem Staat bereit sind Verantwortung zu übernehmen und auch dafür einzustehen desto besser geht es dem Staat.
00:31:42: Meine Söhne sind in der glücklichen Situation dass sie halt privilegiert sind und sich das Glück haben, eine Arbeit suchen zu können, die ihnen wirklich Freude macht.
00:32:00: Und ich als Vater habe die Hoffnung, dass in dem Endeffekt eine Arbeit freudemacht, in der nicht Geld verdienen ist, sondern gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.
00:32:13: Wenn einer von Ihnen in die Richtung geht Und die beiden anderen Kohle machen den schon heute.
00:32:19: Gut und auch schaut sich grundsätzlich aus, Andreas Reichel spricht aus was ich ändern muss.
00:32:23: zwischen dem was Österreich und Europa heute sind und dem was sie sein könnten liegen klare Reformen bei der Pension am Kapitalmarkt in Europa aber auch die Erkenntnis dass eine Gesellschaft nicht allein von der Politik getragen wird sondern von Wirtschaft, Zivilgesellschaft und jedem Einzelnen.
00:32:38: Andreas Reichels hat seine Forderungen und seine Ideen hierbei.
00:32:42: streit wird offen ausgesprochen.
00:32:43: genau solche Gespräche brauchen wir Wenn wir als Gesellschaft weiterkommen wollen, das war Streitwirt.
00:32:49: Danke fürs Zuhören!
00:32:50: Dank Andreas fürs Kommen und danke für deine zahllosen Impulse, die du mir abseits von Podcast- und Fernsehsendungen immer wieder gibst.
00:32:58: Vielen Dank!
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