#30: Hans Peter Haselsteiner über die Macht der Kammern, bröckelnden Wohlstand und mehr Arbeit (2/2)

Shownotes

In dieser Episode diskutiert Stephan Zöchling mit Hans Peter Haselsteiner über Produktivität, Reformblockaden und die Frage, wie sich der Wohlstand dieses Landes für kommende Generationen sichern lässt.

Haselsteiner ist Unternehmer, ehemaliger Nationalratsabgeordneter des Liberalen Forums und langjähriger Förderer der NEOS. Er hat einen international tätigen Baukonzern geführt, mit der Westbahn ein Gegenmodell zur ÖBB aufgebaut und mischt sich bis heute in die großen Debatten des Landes ein.

Im Zentrum des Gesprächs stehen Arbeitszeit und Feiertagsregelungen, die Macht der Kammern, die Finanzierung der Politik und die Sorge, dass verkrustete Strukturen und ein müde gewordenes Bürgertum die Reformfähigkeit des Landes lähmen.

Themen der Folge:

• Sonntagsarbeit und andere Wochenrythmen als Integrations- und Wirtschaftsimpuls • Warum wir mehr arbeiten müssen, nicht weniger • Faire Verteilung der Lasten bei der Sanierung des Staates • Die Parteienförderung im Vergleich zu Deutschland • Transparenz, Parteispenden und der Blick in die USA • Kammern als Symptom, von der Wirtschaftskammer bis zur Ärztekammer • Die Trennung von Kapital und Politik als demokratische Notwendigkeit • Verkrustete Strukturen im Zeitalter neuer Technologien

Der Gast:

Hans Peter Haselsteiner ist einer der prägendsten Unternehmer Österreichs. Als langjähriger Chef der Strabag baute er einen international erfolgreichen Baukonzern auf, mit der WESTbahn schuf er ein privates Gegenmodell zur ÖBB. Politisch war er in den 1990er-Jahren tragende Figur und Klubobmann-Stellvertreter des Liberalen Forums unter Heide Schmitt.

Haselsteiner steht für wirtschaftsliberale Positionen mit sozialem Gewissen: Er lehnt Vermögenssteuern ab, befürwortet aber eine Erbschaftssteuer bei gleichzeitig sinkender Abgabenquote. Er argumentiert für einen schlanken, reformfähigen Staat, für gelebten Streit als demokratisches Prinzip und für die Verantwortung der Wohlhabenden, den sozialen Frieden zu sichern.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Es gibt Fantasie genug, wie man das Geld besser einsetzen könnte als es zurzeit eingesetzt wird.

00:00:06: Ja wir tun ja immer so, es könnten wir uns das alles leisten und den Wohlstand steigern!

00:00:10: Wir können ihn wahrscheinlich nicht einmal halten.

00:00:14: Streitwert ist der Podcast über das was wirklich zählt.

00:00:18: Mein Name ist Stefan Zöckling und ich spreche mit Persönlichkeiten über die Themen, die zu wertvoll sind.

00:00:23: um darüber nicht zu streiten.

00:00:25: Hans-Peter Haselsteiner hat in Österreich Dinge aufgebaut, die geblieben sind.

00:00:28: Einen international erfolgreichen Baukonzern ein Bahnunternehmen als Gegenmodell zur ÖBB und eine politische Bewegung weil er zu seiner Meinung steht Und er hört nicht auf sich einzumischen In Debatten über Steuern Wohlstand und die Frage wie dieses Land funktionieren sollte.

00:00:45: Genau das schätze ich an ihm und genau darüber reden wir heute sich anderen Meinungen aussetzen, Widerspruch aushalten und bessere Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu finden.

00:00:55: Ich bin Stefan Zöchling.

00:00:56: Willkommen bei Streitwert!

00:00:58: Heute zu Gast Hans-Peter Haselsteiner Unternehmer, ehemaliger Nationalarztabgürtner der NEOS Förderer, mein Geschäftspartner bei Remus Erne und in anderen Aktivitäten – mein väterlicher Freund.

00:01:12: Wer ihn kennt weiß er sagt und begründet was er denkt.

00:01:15: unser Thema heute wird zahlt für Österreichs Wohlstand.

00:01:18: Dabei mitreden.

00:01:20: herzlich willkommen und danke, dass du da bist.

00:01:22: Gerne!

00:01:23: Zum Thema Integration ich habe ja mal den Vorschlag gemacht.

00:01:26: wie du weißt beschäftigen wir in Bosnien in unserem gemeinsamen Unternehmen.

00:01:32: Achtzig Prozent Moslems.

00:01:35: Wir beschäftigen in Österreich viele Moslemes Und ich hab irgendwann einmal zur Diskussion gebracht warum respektieren wir nicht deren Feiertage und deren Wochentage?

00:01:47: deren Wochenende ist Freitagsamstag.

00:01:51: Das heißt, die könnten von Sonntag bis Donnerstag ihre fünf Tage Woche arbeiten können im Bau in dem Tourismus und der Dienstleistung in der Industrie am Sonntagearbeiten ohne Zuschläge.

00:02:06: Wir würden in der Pflege zum Beispiel Menschen einen Wochenende ermöglichen und könnten dafür am Sonnendag arbeiten gehen, dafür am Donnerstag am Abend in ihr Wochenende.

00:02:16: mit einem großen Aufschrei damals der Gewerkschaft zunichte gemacht worden.

00:02:21: Bin ich da anders zu erwarten?

00:02:22: Ich bin nicht anders zu warten, ungefähr ähnlich wie...

00:02:25: Aber ich glaube auch die Wirtschaftskammer würde das nicht unterstützen.

00:02:28: Ja aber es wäre doch mal ein Vorschlag den, keine Ahnung, Hundertfünfzig oder zweihunderttausend arbeitsfähigen Moslems und Juden, die in diesem Land leben und die einfach einen anderen Wochenrhythmus haben, auch im Sinne der Integration.

00:02:46: Naja, die Frage ob diese Stringen also die Arbeitszeitgesetze, die wir haben mit den Feiertagen und mit der Feiertags- und Sonntagsregelung.

00:02:58: Ob das noch zeitgemäß ist?

00:03:00: Also ich bin ja der Meinung... Beim Handel ist es ja absurd, insbesondere wenn man sich am Sonntag was kaufen geht.

00:03:07: Weil da fahren wir auf irgendein Bahnhof und dann steht man in der Schlange und sagt, na das braucht man nicht.

00:03:13: Also das brauchen wir nur in den Tourismus.

00:03:15: Das ist natürlich ein großer Schmarrn.

00:03:17: Es bräuchten die Menschen wirklich dringend.

00:03:19: Insbesondere die, die viel arbeiten und die sagen, ich habe am sonntag einen leeren Einschrank im kleinen Kette ist.

00:03:25: Also brauchen wir uns nicht darüber unterhalten.

00:03:28: Das sind unheilige Allianzen zwischen Kirche, Gewerkschaften in erster Linie.

00:03:34: Kirche und Gewerksamkeit verhindern ja diese Öffnungen.

00:03:37: Und ich sage immer schon... Die Italiener haben die vaticanischen Verträge heißen sie bei uns ist das Concordat.

00:03:47: In Italienern ist es gelungen trotz dieser Verträge zu sagen, die Donnerstagfeiertage sind am Sonntagpunkt aus Armen.

00:03:55: Die haben wir nicht mehr!

00:03:58: Ich weiß nicht, wie viel Prozentpunkt das würden die Experten sicher ausmachen.

00:04:03: Dass bei uns an der Produktivität steigern würde.

00:04:06: ich glaube es wäre auf jeden Fall gut gut messbar Und vielleicht müssten wir so was andenken und sagen, ja es wäre schön.

00:04:14: Wunderbar wenn wir die Feiertag hätten und eigentlich noch ein bisschen mehr Feiertage oder wer auch noch.

00:04:20: schön und Wer-Clive Balance ist natürlich auch ganz wichtig aber muss heute den Menschen auch erklären Wenn wir das alles so weitermachen wollen und noch weiter ausbauen wollen dann ist es eventuell oder mit großer Wahrscheinlichkeit auch mit Wohlstandsverlust verbunden.

00:04:36: Wir tun ja immer so, es könnten wir uns das alles leisten und den Wohlstand steigern.

00:04:40: Ja, wir können ihn wahrscheinlich nicht einmal halten!

00:04:44: Das ist ja die... Wir werden mehr arbeiten müssen, nicht weniger oder produktiver werden.

00:04:52: Aber produktiver wird eine schwierige und nur langfristige Perspektive.

00:04:59: Die kurzfristige, die unmittelbare ist mehr hackend.

00:05:04: Alle Absolut.

00:05:06: Nicht nur die Arten, sondern einfach alle.

00:05:08: und dass ich bin jetzt wieder dabei.

00:05:09: Die Lasten müssen fair verteilt werden.

00:05:14: Das müssen die Menschen auf keine Gruppe das Gefühl haben, die anderen lassen sich's auf meine Kosten gut gehen.

00:05:25: Sondern wir müssen alle am Beitrag leisten.

00:05:28: diese Debatte... erstickt meistens.

00:05:33: Darf ich jetzt provokant fragen, du bist ja seit vielen Jahren oder Jahrzehnten politisch tätig hast alle wesentlichen Bundeskanzler gut gekannt.

00:05:44: insbesondere auch Christian Kern ist ein langjähriger Bekannter der Freund von dir.

00:05:49: warum gelingt es jemandem mit dir?

00:05:51: Mit der Kraft nicht!

00:05:53: Auch diese damals im anbefindlichen Bundeskantler und diesen notwendigen Reformen zu überzeugen?

00:06:01: Ich glaube, beim Gussi und bis zum Gewissenkant auch bei einem Christian Kern ist er schon auf Resonanz gestoßen.

00:06:14: Da haben wir viele Dinge geteilt, ich bin ja kein Sozialdemokrat aber wenn ich nicht ein Liberaler wäre, wäre ich ein Sozialdemokrat.

00:06:27: Die Frage ist dann, wie man das in den eigenen Reihen durchsetzt.

00:06:30: Die Widerstände kommen ja nicht nur vom politischen... Mitbewerber, die Widerstände kommen ja ganz maßgeblich von den eigenen rein.

00:06:40: Und das muss ich sagen ist ja überall nicht nur bei den Parteien so.

00:06:43: dort ist es besonders ausgeprägt weil wir kein Instrument haben.

00:06:47: Es ist auch in den Unternehmungen so Auch in den Unternehmen.

00:06:51: wenn's ihnen lange genug gut geht dann sammelt sich Speckkern und es ist sehr sehr schwer dann zu sagen bittere Organisationen.

00:07:00: Das müssen wir anders machen Weil die Leute sagen alle Ja warum und das morgen geht uns eh so gut ist er noch nicht notwendig.

00:07:07: Und in der Politik ist es natürlich noch viel schwieriger, weil du hast ja kein Instrument, du kannst dir nicht einmal incentivieren.

00:07:14: Eines der ganz großen Schwächen ist dass wir verlauter nachvollziehbare Korrektheit und darf ja nichts nehmen können.

00:07:26: Nicht einmal an Direktor einer Schule Hunderttausend Euro geben im Jahr Budget und sagen, damit kannst du deine Lehrkräfte insentivieren.

00:07:38: Du kannst denen wo du glaubst die haben Mehrkarbeit wie die anderen mehr gehen und die ständig auf Kurbanen gibt es da ein bisschen weniger.

00:07:45: Wobei ich nichts gegen Kur Patienten habe wenn sie's brauchen.

00:07:54: aber

00:07:54: es ist halt so wenn dann alle hin und wieder alle zwei Jahre auf Kurs gehen.

00:08:00: Es ist halt vielleicht etwas, was dann ein bisschen übertrieben ist.

00:08:04: Was

00:08:04: das System nicht mehr leisten kann?

00:08:05: Ja

00:08:06: und was die anderen mittragen müssen.

00:08:07: Weil es ist ja nicht so wenn wir das alle machen würden, dann kann man sich ausrechnen wie für Arbeit nehmen haben wir und alle zwei Jahre auf Kurve, weil es so möglich ist.

00:08:18: Dann sind wir bald einmal fertig.

00:08:22: Sieh mal schon!

00:08:26: Ich sehe schon, ich setze mich mehrfach in die Nesseln heute.

00:08:29: Warum?

00:08:30: Na ja,

00:08:32: gar nicht!

00:08:32: Wir sind da aus einer Meinung.

00:08:34: Ich bin nur der Meinung wir sind schon soweit dass wir eigentlich uns bestimmte Dinge gar nicht mehr leisten können und wir sind noch immer leistend wie zum Beispiel auch die Parteienförderung von zweihundertsechsundsechzig Millionen, die ist um sechszig Millionen höher als in Deutschland.

00:08:51: Gegenargument Also wie gesagt, ich habe dann einmal gesagt Faktor zehn.

00:08:55: Demnach müsste man in Österreich zwanzig Millionen Parteienförderung auszahlen.

00:09:00: Gegenargument ist immer das in Deutschland die politischen Akademie anders finanziert werden und dass es auch in Österreich so ist wie sie ist damit man eben Parteispenden verhindert und quasi die Kaufbarkeit der Politik verhindern.

00:09:18: Du hast deine Partei auf den Weg gebracht als Geburtshelfer natürlich mit auch Unterstützung, mit maßgeblichen finanziellen Mitteln.

00:09:28: Transparent alles immer veröffentlicht gewesen.

00:09:33: Würdest du nicht es auch so sehen dass eine Parteienförderung eh So zu organisieren ist, dass sich die Parteien darum kümmern sollen wer sie unterstützt und wer sie bezahlt und wer Sie finanziert.

00:09:46: Ist natürlich ein ganz heiße Kiste nicht?

00:09:49: Alle die wir nach Amerika schauen und diesen Wahltag oder diesen Angelobungsdag des Herrn Trump miterlebt haben wie sie dort alle gestanden sind, die Tech-Milliardäre und alle ums Nachrechnen können gespendet haben.

00:10:07: und was dann im Anschluss?

00:10:08: die Politik des Herrn Trump worden, da muss ich sagen ja das wollen wir sicher nicht.

00:10:13: Also und es ist auch transparent.

00:10:15: Es ist nicht so dass es in Amerika nicht transparent war, es ist nur nicht beschränkt.

00:10:20: Und dort wird mit einer Unschönigkeit Geld eingesetzt für politische... Jetzt muss man sagen der Herr Trump ist keine Diagnose abgeben weil ich bin kein Arzt aber auf jeden Fall Ich glaube, hier ist er eine ungewöhnliche Besetzung für dieses Amt.

00:10:45: Man war bei den anderen nicht so eklatant aber bis zu einem gewissen Grad habe ich das immer als Schwäche des amerikanischen Systems gesehen.

00:10:52: Insofern bin ich froh dass es bei uns nicht nur die Transparenz herrscht sondern auch eine gewisse Höhe an Parteispenden als unanständig eingestuft wurde.

00:11:05: Beide Parteien mit einem Vorwand Hörnparteispenden verboten haben.

00:11:10: über siebtausend Euro.

00:11:11: Weiß ich selbst über große Vermögen verfügen und daraus schöpfen können, ist natürlich ein anderes Problem.

00:11:24: Das habe ich heute eigentlich für Verfassungswidrig, weil so lange ich deklariere, dass meine Partei da spendige... Was nicht, ob sie erjudiziert wird oder nicht.

00:11:36: Auf jeden Fall halte ich es für sehr problematisch diese Regelung.

00:11:41: Umgekehrt von den Parteifinanzierungen profitieren alle in den Parlamenten vertretenen Parteien.

00:11:52: also man kann auch sagen das ist demokratisch verteilt.

00:11:58: Ob man sich das eine oder das andere leistet?

00:12:00: Ich glaube zwei oder sechs Millionen ist zwar sehr viel Geld Aber es gibt Positionen, wo wir zwei Komma sechs Milliarden sparen können.

00:12:10: Nein, nein, aber bekanntermaßen ein Kleinmist macht ja oder ein Kleinfielmacht auch Mist?

00:12:17: Ja die Neosposition dazu ist ja klar.

00:12:19: Die haben mehrfach verpliziert dass die Parteispenden reduziert werden, dass jetzt die Parteienförderung reduziert wird Mit wenig Resonanz.

00:12:34: Und ich

00:12:34: meine und Top kommt halt dazu, dass wir dann typisch Österreichisch den Sündenfall haben das die Arbeiterkammer Salzburg.

00:12:42: eine Inseratenkampagne zahlt dem SPÖ Spitzenkandidaten in Salzburg um zweieinhalb Millionen weil er auch Arbeiterkammer direkt da ist.

00:12:50: Das sind halt dann die Dinge wo ich sage Ich weiß nicht, was mir lieber wäre.

00:12:57: Ein Salzburg-Unternehmer der den finanziert oder die Arbeiterfrau?

00:13:00: Na

00:13:00: ja gut aber wir sind uns ja erinnigt dass das ein Missbrauch der Gestaltungsfreiheit ist.

00:13:06: Also die Gestaltung Freitag mag da sein, aber es ist ein missbrauch.

00:13:10: so ist es nicht gedacht und vielleicht wird dem Kandidaten auch nicht helfen.

00:13:16: also ich glaube schon hier ein paar liebgewordene Gewohnheiten wie dass es in Österreich keine Unfalleinbarkeit gibt oder so gut wie keine Unfalleinparkeit gibt, sondern ich sage nur das ist noch möglich.

00:13:30: Dass sich ändern wird, dass es diese Freundl- und Parteibuchökonomie nicht geben wird.

00:13:40: Und dass es sowas auch nicht geben kann, dass man über die Kammern ins Besondere natürlich... haben natürlich eine politische Zugehörigkeit.

00:13:51: Es ist es anders zu bezeichnen, wäre einfach in meinen Augen falsch.

00:13:57: Jetzt muss ich sagen ja Formalen?

00:13:58: Natürlich nicht!

00:13:59: Formal sind sie Kammer.

00:14:01: Es gibt das Kammeparlament, berühmte Kammaparlament.

00:14:07: Deswegen ist es trotzdem eine einteutig zuordnbare Organisation und eine Vorfeldorganisation bis zu einem gewissen Maß Und es wird auch oftmals wenig hell daraus gemacht.

00:14:23: Und das gibt's für die Roten, das gibt sie für die Schwarzen.

00:14:26: Die haben sich eben diese Struktur nach dem Krieg aufgebaut.

00:14:30: Vieles davon und lange Zeit zum Wohle Österreichs gebe ich gerne zu.

00:14:35: aber in der Zwischenzeit

00:14:37: viel,

00:14:38: viel Speck, unnotwendiges, viele Strukturen, die wir mittragen als Unternehmer oder als Arbeitnehmer, in den Lohnnebenkost sich widerspielen.

00:14:53: Ich bin sehr neugierig, welche Hungerkur die neue Fraupräsidentin Schulz dem Wirtschaftskammer verordnet.

00:15:04: ich würde einige sehr empfehlen zum Beispiel die Schrotkur einen Trockentag pro Woche Sehr gesund.

00:15:18: Weiß ich, hab mehrfach gemacht sehr gesund!

00:15:20: Du weißt das?

00:15:21: Ich habe es auch einmal gemacht.

00:15:22: für alle jene die's nicht wissen Es ist einfach ein Trocken-Tag wo man einen Tag nichts zu sich nimmt weder Essen noch trinken

00:15:29: Außer ein kleines Achtel

00:15:33: am Abend und dann gut schlafen zu gehen.

00:15:37: Ich glaube im Zusammenhang mit der Wirtschaft kann man braucht nur das Achtell vor allem um diesen ganzen Umfug zu ertragen der von dort kommt.

00:15:46: Die Tischrotkur glaube ich wird in der Wirtschaftskammer nicht Platz greifen, weil die Ankündigung, die passiert ist sind hundert Millionen Einsparungen vier Jahren.

00:15:56: Das sind fünfundzwanzig Millionen pro Jahr.

00:15:59: oder bei eins Komma zwei Milliarden Jahres Budget zwei Prozent also de facto nix.

00:16:03: Weil das ja über die Inflation auch wiederum...

00:16:06: Sie ist sicher noch nicht am Ende!

00:16:08: Nein, ich hoffe es.

00:16:09: Sie ist eine tüchtige Unternehmerin also sie weiß nicht was schlanken Strukturen sind und sie weiß was soll und haben ist.

00:16:16: Die Frage ist nur

00:16:17: ob man sie lässt.

00:16:19: Ob die auf die geballte Funktionärskraft,

00:16:25: die sich da gelöscht hat.

00:16:26: Immer wieder bei den neuen Ländern und bei der zehnten Ewan im Bund Aber auch das muss man sagen fährerweise.

00:16:35: die Wirtschaftskammer ist ein Symptom und steht für Arbeiterkammer, Ärztekammer und alle anderen Kammern in diesem Land.

00:16:43: Wo wir der Meinung sind dass man wahrscheinlich zwischen eineinhalb-und zwei Milliarden Budgetneutral dem österreichischen Mittelstand zuführen könnte wenn man die Strukturen dort in all diesen Kammern anpassen könnte und dementsprechend Umlagen, Kosten, Ärztekammerbeiträge und sonstige Zahlungen die der Mittelstand zur... zu leisten hat, dementsprechend zusammensprechen können.

00:17:05: Ja dann

00:17:05: müssen sie mal anderswo wieder wegnehmen, weil sonst ist das ein Gewinnerhöhe.

00:17:09: Na

00:17:11: ja es würde glaube ich den Konsum und die Investitionsfreudigkeit des Mittelstandes dementsprechend

00:17:18: werden stärken.

00:17:20: Es gibt

00:17:21: genug Speck.

00:17:22: Es

00:17:22: geben Fantasie genug wie man das Geld besser einsetzen könnte als es zurzeit eingesetzt wird.

00:17:31: Ist es deiner Meinung nach ein Problem für eine Demokratie, wenn wirtschaftliche Macht und politischer Zugang über wenige eng vernetzte Akteure zusammenlaufen?

00:17:47: Das kommt darauf an bis zu den gewissen Grad.

00:17:51: kann man das vielleicht zulassen, aber ab einem gewissen Grad ist es sicherlich schädlich.

00:17:55: und jetzt komme ich wieder zurück nach Amerika.

00:17:57: So wollen wir es auf jeden Fall nicht.

00:18:01: Ich glaube letztendlich müsste ich dann sagen so wie wir Kirche und Staat trennen müssten wir auch Wirtschafts, also müssten Kapitalen... Kapital und Politik trennen nicht.

00:18:15: Ich würde es nicht für gut heißen, dass kapitallstarke Unternehmungen oder Personen die Politik über das hinaus bestimmen können was die demokratischen Regeln an Möglichkeiten ohnehin bieten und das sind ja auch nicht wenige.

00:18:33: man kann jetzt außerhalb der Parteienförderung oder der Parteispende ja Initiativen stützen wie du ja das tust, indem du diese Sendung machst oder diesen Podcast machst und andere Dinge die einem Beitrag leisten dass die Demokratie wehrhaft bleibt und dass die demokratie ein bisschen robuster wird.

00:18:58: Wenn wir es alle machen dann glaube ich wäre das ja.

00:19:01: oder wenn das viele machen würden dann würde er da eine Dynamik entstehen und vielleicht würde damit auch etwas entstehen wo wir jetzt wieder beim Ausgangspunkt sind, dass wir wieder streiten.

00:19:12: Dass wir in der Diskussion im Disput, das heißt es, streiten ist er nicht sehr negativ besetzt aber zu Unrecht.

00:19:21: Der Disput die Auseinandersetzung und die intellektuelle Auseinsatzung, der Argumente, der Vorschläge, der Ideen, der Visionen.

00:19:30: Das mal in den Vordergrund zu stellen und dafür Mittel einzusetzen.

00:19:35: Und zu sagen, das wollen Aber nicht nur theoretisch und nicht auch schon ins Papier auf Hochglanz.

00:19:42: Sondern dann auch wirklich sagen, was ist denn die Umsetzung?

00:19:47: Was sind die politischen Chancen?

00:19:50: Wie können wir es machen?

00:19:52: Das ist glaube ich das, was

00:19:55: möglich

00:19:56: wäre und zu wenig genutzt

00:19:59: wird.

00:19:59: Wenn ich dreißig Jahre zurück schaue hast du dich in guter Gesellschaft befunden mit Josef Taus, Hannes Androsch, Klaus Reidel, deinem engen Freund Klaus.

00:20:15: Christian Konradt, ein anderer enger Freund von dir.

00:20:19: Einem Herrn Mautner Markhoff, Thomas Prinz, Friede Heinzel.

00:20:23: Alles erfolgreiche Unternehmer die sich gemeldet haben.

00:20:27: Man politisch verschiedenste Lager vertreten haben durchaus aber sie waren alle.

00:20:32: ich glaube das was ich verbunden hatte war als großer Modo selbst Selfmade-Unternehmer, ihr wart erfolgreicher Banker wie der Christian Kornert oder andere.

00:20:47: Warum gibt's die nicht mehr?

00:20:51: Weil meine Generation schweigt!

00:20:54: Ja das heißt ja nichts, dass sie dass es nicht gibt.

00:20:57: Sie schweigt

00:21:00: nur bedauerlich.

00:21:03: Warum ist das so?

00:21:04: Ich glaube einfach, weil sie wenig Hoffnung haben, dass sie etwas bewirken können.

00:21:09: und das ist jetzt dann eine Art Self-fulfilling Prophecy.

00:21:13: Das ist ja ein Teufelskreis.

00:21:16: Wenn man nicht mehr daran glaubt, dass man was bewirkt kann mit seiner Stimme oder seinem Einsatz, weil man sagt, das stickt immer!

00:21:25: die verschiedenen Widerstände her einfach so stark sind, dass man einfach aufgibt.

00:21:35: Dann kommt es soweit und ich fürchte diese Politikmüdigkeit auch das Interesse der Jungen an Politik, des weitgehende Interesses liegt nicht nur weil es Social Media gibt und weil sie was nicht mehr Influenz an Zuhören oder anderen andere Dinge machen.

00:21:59: Es liegt auch darin, dass die Menschen das Gefühl haben, sie können eh nichts machen und sie können nicht einmal mit ihrer Stimme etwas machen.

00:22:08: Und das nächste sind Außer-Egyptie dem Kitschle, weil dann kommt wenigstens einer, der hat gesagt er wert!

00:22:17: Da erinnere ich immer an Herbert Hofer, der gesagt hat sie werden sich noch wundern

00:22:23: was alles

00:22:24: möglich ist.

00:22:24: und dieses Wunder möchte ich mir gerne ersparen aber nicht nur mir sondern auch meinen Kindern und meinen Enkelkindern.

00:22:33: Und das Engagement der von den genannten Generationen die jetzt nicht mehr in diesem Maße in den Ring steigt.

00:22:50: Wir wollen es wissen, wir wollen diskutieren und streiten und wir wollen dann da oder dort ein bisschen was bewirken, wobei ich realistischerweise sagen muss die Widerstände waren auch zu vor dreißig Jahren dieselben.

00:23:05: Wir haben auch vor dreizehn Jahren erkannt dass der Federalismus in dieser Form nicht gescheit ist das er nicht finanzierbar ist.

00:23:13: Ich habe die Gausche Glocke das erste Mal so richtig bewusst gesehen, wie ich studiert habe im Jahr vierundsechzig.

00:23:20: Ja und da hat man schon gewusst es geht sie nicht aus.

00:23:24: Es geht sich einfach nicht aus!

00:23:26: Und seit damals diskutieren wir über Pensionsreformen oder über Anpassungsfaktoren usw.

00:23:33: Seit damals steigt der Pensionszuschuss aus dem Budget exponentiell.

00:23:39: Alles war aber alles schon... Kannst dir ausrechnen?

00:23:58: Der EU-Beitritt hätte ... Noch einmal den Boost bringen müssen.

00:24:10: Und jetzt denken wir darüber nach, was können wir ändern?

00:24:13: Wie können wir diese einmalige Chance, die der EU-Beitritt für Österreich gebracht hat... wie können wir sie nutzen um unseren Staat schlanker oder anzupassen?

00:24:25: Braucht sich nur am passen.

00:24:26: Einfach eine Ebene weniger, ne?

00:24:29: Ja.

00:24:30: Rein mathematisch!

00:24:30: Jetzt haben wir einen neuen Instanz, können wir eine Ebène herausnehmen und diskutieren welche.

00:24:39: Schöne Geschichte, die Anzahl der Gemeinden in Österreich.

00:24:41: Und dann gibt es ein paar Gemeinden, die freiwillig sich zusammengelegt haben und große Erfolge feiern.

00:24:48: Gibt's ja einige wenige, dass die Zwangs zusammengelegt worden sind mit entsprechend hohen politischen Preis?

00:24:59: Aber es gibt welche, die ist ja nicht verboten.

00:25:01: Gemeinde dürfen sich zusammenlegen.

00:25:03: Wir brauchen einen Regierungsbeschluss, nämlich an von der Ladesingerung, was sie aber auch nicht.

00:25:08: Es gibt welche die freiwillig zusammenschließen.

00:25:11: und jetzt kommen wir drauf.

00:25:12: Super!

00:25:13: Die Müller funktionieren besser, die Bestattung geht besser, alle Straßen werden besser erhalten – alles funktioniert eigentlich besser.

00:25:21: Und Sie sind nicht einmal aus dem Gehirn die um Gottes willen.

00:25:25: Wir wollen keine Sachsenburger werden weil wir sind Mal Brücke, ich weiß nicht ob das stimmt.

00:25:31: Ein

00:25:33: Beispiel.

00:25:35: Vielleicht seid ihr schon angemeldet?

00:25:36: In unserer Region wäre es Bernbach-Kövler-Volzberg und

00:25:39: doch... Aber das ist ein eines der Themen, dass wir sagen, die Strukturen haben sich nicht verändert, obwohl sie sich die Technologien verändert haben, die Möglichkeiten sich vervielfacht haben.

00:25:54: Wir tun immer noch so als würden mit reitenden Booten die Depechen über überbringen.

00:26:01: So sind wir noch strukturiert.

00:26:03: Überzeichnet natürlich, bitte.

00:26:04: Nein, das ist

00:26:05: schon richtig

00:26:07: Aber die Strukturen sind zurückgeblieben Die Technologie ist vorangeschritten und wir erhalten einen großen Vorbarkern Dampflokomotiven politisch groß schwer unüberwindbar.

00:26:23: Man kann sie auch nicht umschmeißen man kann sich nicht einmal anschieben Wenn Sie nicht selber fahren, geht gar nichts.

00:26:30: Dann stehen sie dort!

00:26:32: Wenn da eine große Maßnahme die politisch wirklich wehtut?

00:26:36: Nämlich allen umsetzen dürftest, wüsstest könntest, welche wäre das?

00:26:42: Ich glaube es ließ sich nicht auf eine Maßnahme reduzieren.

00:26:45: also ich bin auch dagegen ein Patentrezept zu propagieren.

00:26:53: Also ich glaube einfach... Wir haben ja viele Konvente erlebt in Österreich.

00:27:01: Ich kann mich erinnern, dass Heinrich Neisser auch ein Freund von mir war.

00:27:04: Er war einmal Federalismus-Minister.

00:27:06: Das muss ich mir vorstellen.

00:27:07: also das ist... ...vierzig Jahre her oder sowas in der Größenordnung.

00:27:14: Kann man ja gar nicht glauben!

00:27:16: Hat seinen Ministerium gegeben, der die Aufgabe hatte den Föderalismus zu durchleuten und eine Reform einzuführen.

00:27:27: Offensichtlich nicht erfolgreich.

00:27:28: Nicht erfolgreich?

00:27:29: Nein, also kann man nicht behaupten, obwohl er ein sehr gescheiter Mensch ist.

00:27:34: Er war ein großartiger... Gut!

00:27:42: Wir kommen schon langsam zum Schluss ans Beta.

00:27:45: Das heißt wir können glaube ich zusammenfassend sagen Wohlstandsbauch hin oder her.

00:27:54: Österreich hat kein Erkenntnisproblem sondern wir wissen was zu tun wäre.

00:27:59: was uns fehlt, sind Menschen wie es laut sagen und danach aushalten wenn es unbequem wird.

00:28:05: Du bist definitiv einer davon.

00:28:08: hast du das immer getan, wirst das auch weiterhin tun.

00:28:11: nicht widerspruchsfrei aber ehrlich und Ehrlichkeit ist in der österreichischen Debatte immer noch das knappste Gut.

00:28:19: ein Knapp ist gut beständig.

00:28:22: werden wir uns darauf ein Knap ist gut.

00:28:25: Wenn wir den Wohlstand, den wir haben wirklich halten wollen.

00:28:28: Für uns, für die nächsten Generationen brauchen wir mehr solche Gespräche.

00:28:32: Wir brauchen wieder mehr Streit!

00:28:34: Wir brauchen mehr Auseinandersetzung und mehr Diskurs.

00:28:38: Mehr Reibung, mehr Mut zur Konsequenz.

00:28:41: an Peter Haselsterner, das war Streitwirt.

00:28:43: Ich danke dir für deine Zeit.

00:28:45: Danke

00:28:45: für dieses Gespräch.

00:28:47: Ich danken dir mal für's.

00:28:49: Wenn dir Widerspruch etwas wert ist, abonniere jetzt Streitwert.

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